"Man wagt sich gar nicht mehr zu freuen"

Streich: "Wenn Teams wegen zu langer Nasen absteigen ..."

Streich hat seine Probleme mit dem Videobeweis. Foto: Pool/Clemens Bilan - Pool/Getty Images
Streich hat seine Probleme mit dem Videobeweis. Foto: Pool/Clemens Bilan - Pool/Getty Images

Für Millionen Fußballfans weltweit bleibt die Einführung des Videobeweises in den Top-Wettbewerben ein großes Ärgernis. Die vermeintlich größere Gerechtigkeit im Fußball steht für sie in keinem Verhältnis zu den negativen Auswirkungen. Auch Christian Streich hat seine Probleme mit dem Tool.

"Es entspricht dem Zeitgeist, alles zu perfektionieren und technisch exakt abzusichern. Dabei entfernt man sich vom Spiel", sagt der Chefcoach des SC Freiburg gegenüber der Badischen Zeitung. Vor allem bei knappsten Abseits-Entscheidungen entfernt sich der Fußball dabei auch von der Idee, die hinter der entsprechenden Regel steckt. Schließlich lässt sich nicht argumentieren, dass ein angreifender Spieler im Vorteil ist, wenn er nur mit einem Teil seines Körpers minimal näher an der Grundlinie ist als sein Gegenspieler.

"Wagt sich gar nicht mehr zu freuen"

"Natürlich, man ist auf der Suche nach der Gerechtigkeit. Aber wenn Mannschaften nur wegen ein paar zu langer Nasen absteigen, ist das ungerecht", sagt Streich. Der SC Freiburg läuft in dieser Spielzeit nach aktuellem Stand wohl kaum in derartige Gefahren. Und auch der dienstälteste Trainer der Bundesliga hat sich mit dem Videobeweis letztlich arrangiert. Dennoch spricht Streich vielen Fans aus dem Herzen. "Man unterbricht so viel, man wagt sich gar nicht mehr zu freuen ..."

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Lars Pollmann  
30.12.2020