Union erhält grünes Licht trotz hoher Infektionszahlen

Streich über 4500 Fans: "Sind wir gar nicht mehr so gewöhnt"

Streich gastiert bei Urs Fischer und Union. Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP via Getty Images
Streich gastiert bei Urs Fischer und Union. Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP via Getty Images

Angesichts in die Höhe schnellender Infektionszahlen in vielen Städten und Gemeinden in Deutschland sind Geisterspiele wieder ein ständiger Begleiter der Bundesliga. Am Samstag dürfen aber 5000 Zuschauer an der Alten Försterei dabei sein, wenn der SC Freiburg bei Union Berlin gastiert.

Darunter befinden sich insgesamt 4 500 Fans, für jeden Besucher gilt Mund-Nasen-Schutz-Pflicht und Gesangsverbot. Mit einem normalen Stadionerlebnis hat das nicht mehr viel zu tun, dennoch hat Christian Streich vorab Respekt vor der Kulisse. "5 000 machen auch richtig Lärm, das sind wir gar nicht mehr so gewöhnt", so der Chefcoach des SC Freiburg in der Spieltagspressekonferenz am Donnerstag. 

"Keine Relevanz, wie ich das finde"

Kurioserweise weist Berlin derzeit einen deutlich höheren Inzidenzwert auf als Freiburg, dennoch genehmigte das zuständige Gesundheitsamt das Hygiene-Konzept der Eisernen. So richtig wollte Streich nicht mit der Sprache heraus, ob er darin nicht womöglich einen unlauteren Vorteil für Union sehe. "Es hat keine Relevanz, ob ich das sinnvoll finde. Ich gehe davon aus, dass Verantwortliche ihre Entscheidungen so treffen, dass keine Menschen gefährdet sind", sagt Streich.

"Es geht auch um Einsamkeit"

Grundsätzlich sieht der dienstälteste Cheftrainer der Bundesliga die Entwicklung in der Bundesrepublik mit Sorge. Streich, der in seinen Pressekonferenzen regelmäßig Stellung zu außersportlichen Themen von gesellschaftlicher Relevanz bezieht, vermisst beispielsweise kulturelle Angebote. Auch hat er im Blick, was die anhaltende Pandemie mit den Kleinsten der Gesellschaft macht. "Es geht auch um Einsamkeit und fehlende Körperlichkeit. Wenn das länger so geht, hat das Auswirkungen, besonders für die Kinder", ist Streich überzeugt.

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Lars Pollmann  
22.10.2020