Freiburg-Trainer gegen Spielplan-Aufblähung

Streich: "Kein Freund, dass die Spieler das ganze Jahr durchspielen"

Streich erkennt eine übertriebene Belastung für die Profis. Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images
Streich erkennt eine übertriebene Belastung für die Profis. Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images

Die Finalturnier der Champions League und Europa League haben den Umständen entsprechend einen würdevollen Rahmen für die Beendigung der Saison gegeben. Mancherorts wird diskutiert, ob das Format mit einzelnen K.o.-Spielen beibehalten werden sollte. Christian Streich ist offen dafür.

Den Trainer des SC Freiburg wird dies selbst wohl in den seltensten Fällen betreffen, doch Streich ist bekanntlich niemand, der nur vor der eigenen Haustür kehrt. Als Fußball-Fan stört er sich an der immer dichteren Gestaltung der Spielpläne im Profibereich. "Es wird ja alles immer breiter gemacht und noch mehr und Nations League und was weiß ich, was es alles gibt, damit es noch mehr Einnahmen gibt", so Streich gegenüber dem TV-Sender Sky. "Ich bin kein Freund, dass die Spieler das ganze Jahr durchspielen."

"Geht viel um wirtschaftliche Interessen"

Vielmehr bräuchten die Profis Pausen, um Verletzungsrisiken zu verringern und die Regenerationsmöglichkeiten zu verbessern. "Da entscheiden aber natürlich andere Leute und da geht es viel um wirtschaftliche Interessen", kennt Streich die Realitäten des Fußball-Business. Für ihn wäre auch die Beibehaltung des neuen Knockout-Systems eine gangbare Alternative. Allerdings stellt er eine der zentralen Fragestellungen, die einer Antwort bedürfen: "Wenn wieder Zuschauer da sind, wo sind die Spiele?"

"Viel zu aufgeblasen"

Das Heimrecht nähme analog zum DFB-Pokal eine deutlich größere Stellung ein. Bei einem zentralen Spielort wären die heimischen Fans außen vor, zudem kämen womöglich konkurrierende Fan-Reisegruppen an einem Ballungsort zusammen. Grundsätzlich sieht aber wohl nicht nur Streich den Bedarf einer Entzerrung des Spielbetriebs für die vielbeanspruchten Profis. "Für mich ist es viel zu aufgeblasen", sagt er in seiner unnachahmlichen Art.

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Lars Pollmann  
26.08.2020