Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden

Stevens hält weiter zu Tönnies: "Clemens, du gehörst dazu!"

Stevens und Tönnies pflegen ein exzellentes Verhältnis. Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images
Stevens und Tönnies pflegen ein exzellentes Verhältnis. Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Beim FC Schalke 04 ging es nach dem letzten Bundesligaspiel Ende Juni mal wieder turbulent zu. Clemens Tönnies trat von seinem Posten als Aufsichtsratsvorsitzender zurück, ließ in zugehörigen Erklärungen aber Selbstkritik weitgehend vermissen. Dennoch lobt ihn Huub Stevens ausdrücklich.

"Wie er entschlossen das nun alles geregelt hat, davor ziehe ich meinen Hut", so der Niederländer gegenüber Sport Bild. Der Ex-Trainer gehört selbst seit Jahren dem Kontrollgremium an, pflegte ein exzellentes Verhältnis zu Tönnies. Er ist also alles andere als ein neutraler Kommentator, wenn es um den auf Schalke gefallenen Fleischmagnaten geht. Vor diesem Hintergrund sind seine Aussagen zu verstehen. Denn auch Stevens spricht nicht von den zahlreichen Verfehlungen von Tönnies.

"Die ein oder andere Träne"

"Der Betrieb ist das Allerwichtigste für ihn, weil er dort unglaublich viel Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern und seiner Familie hat. Er musste es so machen", sagt der 66-Jährige. Stevens verhehlt seine große Sympathie für Tönnies nicht, spricht von der "ein oder anderen Träne", die der einstige Patron verdrückt habe,  "weil er dem Verein emotional so sehr verbunden ist". Ein kritischer Beobachter würde anmerken, läge der S04 Tönnies wirklich so am Herzen, hätte er viel früher den Weg frei gemacht.

"Du gehörst dazu!"

Stevens aber hat diesen Anspruch an sich selbst nicht. Er steht weiter zu seinem Kumpel, den er gar ermutigt, sich weiter im direkten Schalke-Umfeld zu zeigen. "Er wollte in seiner ersten Reaktion alles hinschmeißen und sagte, dass er auch nicht mehr zu Spielen ins Stadion kommen werde", berichtet der Jahrhundert-Trainer der Königsblauen. Er habe dem Ex-Aufsichtsratsboss gesagt, "Clemens, das geht nicht! Du bist schon so lange Teil des Vereins, du gehörst dazu!". Viele Fans würden das inzwischen wohl anders bewerten.

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Lars Pollmann  
05.08.2020