12. Spieltag

St. Pauli siegt souverän - Düsseldorf enttäuscht gegen Wehen

St. Pauli behauptet die Tabellenführung am 12. Spieltag der 2. Liga. Foto: Getty
St. Pauli behauptet die Tabellenführung am 12. Spieltag der 2. Liga. Foto: Getty

Zum Auftakt des 12. Spieltags in der 2. Bundesliga war Tabellenführer St. Pauli beim SV Elversberg gefordert, der Tabellenzweite Fortuna Düsseldorf empfing Wehen Wiesbaden. Bereits die erste Halbzeit verlief jeweils Tor-reich. Der Überblick:

Sechs Änderungen in der Startelf

Der SV Elversberg empfing St. Pauli mit einer Serie von sieben Spielen ohne Niederlage, Trainer Horst Steffen nahm im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen Magdeburg auch deshalb keine Veränderungen in der Startelf vor. St. Pauli hatte sich unter der Woche im DFB-Pokal gegen Schalke 04 nach Verlängerung durchgesetzt, daher nahm Coach Fabian Hürzeler gleich sechs Änderungen in der Startelf vor. Er brachte neu Vasilj, Dzwigala, Saliakas, Afolayan, Eggestein und Metcalfe.

In den ersten Minuten wirkte das formstarke Elversberg auf Augenhöhe mit St. Pauli, doch relativ schnell schlugen die Hamburger eiskalt zu. Die erste verheißungsvolle Offensivaktion münzten die Gäste umgehend in die 1:0-Führung um. Marcel Hartel schlug eine Ecke von links in Richtung Elfmeterpunkt, Johannes Eggestein kam dort völlig frei zum Kopfball und bugsierte den Ball ins linke Eck.

Hartel erzielt Traumtor

Elversberg antwortete mit einem Distanzschuss von Paul Stock, den St.-Pauli-Keeper Nikola Vasilj nicht gleich festhalten konnte, dafür parierte er den Nachschuss von Luca Schnellbacher. St. Pauli setzte das Spiel danach kontrolliert fort und netzte nochmals in der ersten Halbzeit ein: Oladapo Afolayan verschaffte sich in Spielminute 31 am linken Flügel Freiraum und passte dann zu Hartel, der aus halblinker Position an der Strafraumgrenze einen wuchtigen Schuss absetzte. Der Ball zischte wie eine Rakete an die Unterkante der Latte - und von dort zum 2:0 ins Tor. Mit einer verdienten 2:0-Führung für die Hamburger ging es in die Pause. 

St. Pauli kontrolliert die Partie

In der 2. Halbzeit versuchte Elversberg den Druck zu erhöhen, St. Pauli wirkte in seiner Spielanlage jedoch sehr reif und verwaltete die Führung. In der 68. Spielminute stand St. Pauli kurz vor dem Treffer zum 3:0: Manolis Saliakas spielte Teamkollege Afolayan im Strafraum an, der sich in der Box durchsetzte und abzog - sein Schuss klatschte allerdings an die Latte. Die Hamburger setzten nach, mehrere Abschlüsse führten aber nicht zum Torerfolg. So kam plötzlich Elversberg noch zu einer guten Chance. Semih Sahin flankte eine Ecke von links auf Manuel Feil, dessen Kopfball lenkte St-Pauli-Torwart Vasilj mit einem guten Reflex aber noch über die Latte. Danach war wieder St. Pauli am Drücker, Etienne Amenyido schoss aus sieben Metern an den Querbalken (84.). Letztendlich blieb es bei einem verdienten und souveränen 2:0-Sieg für St. Pauli.

Auch Fortuna siegte im DFB-Pokal

Fortuna Düsseldorf setzte sich unter der Woche im DFB-Pokal bei Drittligist Unterhaching erst nach Verlängerung durch. Trainer Daniel Thioune wollte dennoch nicht zu viele Änderungen in der Startelf vornehmen. Er brachte Keeper Florian Kastenmeier zurück ins Tor, dazu liefen neu in der Startelf Jordy de Wijs und "Pokalheld" Isak Bergmann Johannesson auf. Bei Wehen Wiesbaden nahm Trainer Markus Kauczinski nach zwei Ligasiegen in Folge keine Änderungen vor.

Die Fortuna startete gut in die Partie: Nach einer Ecke von Wehen Wiesbaden setzten die Gastgeber in Spielminute 4 zum schnellen Konter an, doch eine Zwei-gegen-zwei-Situation spielten Felix Klaus und Christos Tzolis zu ungenau aus, weshalb letztendlich der Torabschluss im Strafraum aus spitzem Winkel erfolgte und für Wiesbaden-Keeper Florian Stritzel kein Problem darstellte. Es folgte ein Schock für Düsseldorf: Beim Verteidigen der Ecke verletzte sich Vincent Vermeij bei einem Zusammenprall im Luftzweikampf. Jona Niemiec ersetzte seinen Sturmkollegen fortan, doch das Thioune-Team wirkte außer Tritt gekommen. 

Lee trifft zur Führung für Wehen

So setzte sich Wehens Thijmen Goppel auf dem rechten Flügel durch und brachte den Ball in den Strafraum, wo Hyun-ju Lee das Leder ohne Probleme zum 1:0 für die Gäste einschieben konnte (10.). Düsseldorf antwortete mit einem Schuss von Niemiec (16.), Stritzel war aber zur Stelle. Wiesbaden legte dann in Spielminute 26 das 2:0 nach: Amar Catic vollendete einen Konter über die halblinke Seite souverän mit einem Flachschuss ins rechte Eck. 

Elfmeter muss wiederholt werden

Für Düsseldorf kam es noch schlimmer: Tzolis legte im Strafraum Robin Heußer, weshalb Schiedsrichter Florian Heft auf Strafstoß entschied. John Iredale schoss den Strafstoß an den linken Pfosten, doch der Elfmeter wurde wiederholt, weil Düsseldorfer Spieler zu früh in den Strafraum eingelaufen waren. Iredale setzte zum zweiten Versuch an - und verwandelte dieses Mal mit einem Schuss flach in die Mitte (42.).

In der 2. Halbzeit zeigte Düsseldorf durchaus den Willen, mal wieder zu einer großen Aufholjagd anzusetzen, doch die Erschöpfung nach den Pokal-Strapazen unter der Woche war dem Thioune-Team anzumerken. Tzolis etwa bekam in Spielminute 64 eine gute Abschlusssituation halblinks im Strafraum, rutschte aber mit dem Standbein weg und verzog kläglich. Auch ein Kopfball von Niemiec am rechten Fünf-Meter-Eck wirkte aussichtsreich, um mit einem ersten Tor für die Fortuna nochmal Hoffnung auf einen Punktgewinn zu wecken. Der Ball flog aber über die Latte.

Engelhardt glückt Tor für Düsseldorf

Düsseldorf steckte aber nicht auf und kam in Spielminute 79 doch noch zum Torerfolg: Nach einer Flanke von rechts bekam Wiesbaden den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Sascha Mockenhaupt und Martin Angha prüften nach einem Missverständnis ihren eigenen Keeper Florian Stritzel, der ein Eigentor mit einer starken Parade noch verhindern konnte, doch der Ball prallte nach vorne ab und Yannik Engelhardt war für Düsseldorf zur Stelle, um zum 1:3 abzustauben. Weiter konnte man Düsseldorf den Willen nicht absprechen. In Spielminute 89 rannte sogar Keeper Kastenmeier bei einer Ecke mit nach vorne, der anschließende Kopfball von Niemiec ging knapp über das Tor. Auch ein Schuss von Ao Tanaka verfehlte knapp das Ziel (90.+2). Somit ging Wiesbaden als überraschender, aber verdienter Sieger vom Platz.

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Daniel Michel  
03.11.2023