Nur ein echter Coronafall

Spielverlegung erschlichen? Liverpool unter Verdacht

Klopp selbst war kürzlich infiziert. Foto: Getty Images
Klopp selbst war kürzlich infiziert. Foto: Getty Images

Das Halbfinal-Hinspiel im englischen Ligapokal zwischen dem FC Arsenal und FC Liverpool wurde vergangene Woche auf Antrag der Reds verlegt. Beim Klub von Jürgen Klopp waren zahlreiche Spieler infolge positiver Coronatests nicht spielfähig. Soweit, so gewöhnlich für diese Zeit. Doch im Nachgang stellt sich heraus, dass nur ein Spieler tatsächlich infiziert war.

Lediglich Trent Alexander-Arnold muss wegen einer Infektion in die Isolation, wie Klopp nach dem Sieg im FA-Cup gegen Shrewsbury Town selbst erklärt hat. Bei den übrigen Spielern haben nach Aussage des deutschen Starcoachs demnach sogenannte 'falsch positive Tests' vorgelegen. Auf der Insel ist darüber ein Streit entbrannt. Denn eine Vielzahl solcher falsch positiver Tests gilt als statistisch nahezu unmöglich. Die Schnelltests, die als erstes die positiven Ergebnisse hervorgebracht hatten, haben nach Angaben der britischen Behörden etwa eine Genauigkeit von 99,97 Prozent.

Andere Klubs setzen Verband unter Druck

Die Chance, dass eine Vielzahl von Spielern da ein falsches Ergebnis hervorbringen, liegt im Promillebereich, zumal auch eine PCR-Testreihe die inkorrekten Ergebnisse hervorgebracht haben soll. Erst eine Testung nach der Verlegung der Partie ergab, dass lediglich Alexander-Arnold tatsächlich infiziert ist. Wie das Portal The Athletic berichtet, setzen verschiedene Klubs den Ligaverband in England nun unter Druck, den Vorfall beim FC Liverpool genau zu untersuchen.

Bewusste Täuschung?

Mehrere Verlegungswünsche seien in der laufenden Saison bereits abgelehnt worden, nun besteht der Verdacht, der LFC habe mit einer bewussten Täuschung eine Verlegung des Halbfinals im Ligapokal erwirkt. Ob dies nachweisbar wäre, sei dahingestellt. Denkbar wäre schließlich auch ein menschlicher Fehler in einem Labor. Liverpool hatte infolge des vermeintlichen Covid-Ausbruchs sein Trainingszentrum geschlossen. Das Hinspiel steigt nun am Donnerstag, eine Woche später steht die Entscheidung an. Ärgerlich für Arsenal: Infolge der Verlegung hat sich die Reihenfolge des Heimrechts geändert, zudem müssen die Gunners innerhalb 13 Tagen dadurch fünf Pflichtspiele absolvieren.

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Lars Pollmann  
11.01.2022