Krösche im Fokus

Der Eintracht-Spagat: Transferüberschuss und Wettbewerbsfähigkeit

Markus Krösche ist seit einigen Wochen Sportvorstand von Eintracht Frankfurt. Foto: Imago

Markus Krösche stand und steht als neuer Sportvorstand von Eintracht Frankfurt vor einigen Herausforderungen. Der Klub ist auf Transfereinnahmen angewiesen und gleichzeitig will er weiterhin sportlich erfolg bleiben. Ein Spagat, den Krösche in diesem Transfersommer bislang gut meistert.

Aus dem Deutsche Bank Park in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich 

Zwischen 28 und 29 Millionen Euro hat Eintracht Frankfurt bislang für Spielertransfers in diesem Sommer eingenommen. Dickster Fisch: Topstürmer Andre Silva, der dank einer Ausstiegsklausel zu RB Leipzig wechselte und den Hessen rund 23 Millionen Euro einbrachte. Auf der Gegenseite hat die Eintracht wohl inklusive Leihgebühren und Handgeldern mehr als zehn Millionen Euro ausgegeben. Teuerster Neuzugang ist Jesper Lindström, der für rund sieben Millionen Euro von Bröndby Kopenhagen an den Main wechselte. Unterm Strich steht bislang ein ordentlicher Transferüberschuss, obgleich Sportboss Markus Krösche noch einen Stürmer und gegebenenfalls auch noch einen Defensivspieler verpflichten will. 

"Auch wir müssen Transfererlöse erwirtschaften"

Dass am Ende der Transferperiode aber dennoch ein dickes Plus stehen soll, bestätigte Markus Krösche auf Nachfrage von fussball.news: "Im Großen und Ganzen ist es so, dass Transfererlöse zu einer Budgetplanung eines Klubs dazugehören. Das ist nicht außegewöhnlich. Das ist bei uns, bei Eintracht Frankfurt, genauso. Auch wir müssen Transfererlöse erwirtschaften." Auch deshalb hat die Eintracht vermehrt den Weg eingeschlagen, entwicklungsfähige Talente an den Main zu lotsen, deren Marktwerte sich im Optimalfall während ihrer Zeit bei den Hessen signifikant steigern: "Das Entscheidende ist, dass wir den Kader darauf ausrichten, dass wir immer auch regelmäßige Transfererlöse erzielen können." Im nächsten Sommer könnten deshalb Spieler wie Evan N'Dicka oder Daichi Kamada den Klub für hohe Ablösen verlassen. Laut der Sportbild soll Krösche in diesem und dem nächsten Sommer insgesamt einen Überschuss von 40 Millionen Euro erzielen. Die Hälfte könnte er bereits in dieser Transferphase schaffen.

Krösche will nachhaltig arbeiten

Gerade die Coronakrise habe das Fußballbusiness gelernt, nicht nur im Hier und Jetzt zu wirtschaften: "Da hat der Sport nicht nur die Verantwortung erfolgreich Fußball zu spielen, sondern auch nachhaltig. Das ist ein Stück weit auch meine Aufgabe und die von Ben Manga und unserem Team, einen Kader zusammenzustellen, der in der Lage ist unsere Ziele zu erreichen und gleichzeitig auch so Potential hinzuzufügen, das wir weiterentwickeln können, um nachhaltig Transfererlöse zu erzielen." Die Aufgabe ist klar: Eine Mischung aus talentierten, entwicklungsfähigen Spielern, die gemeinsam mit arrivierten Kräften den sportlichen Erfolg bestmöglich garantieren. 

Schwieriger Transfermarkt

Aktuell wird Krösches Vorhaben aber durch den Transfermarkt erschwert: "Gerade in dem Bereich, der nicht in der Spitze ist, ist es sehr, sehr ruhig. Viele Tauschgeschäfte, viele Leihgeschäfte. Es ist schon ein schwieriger Markt." Durch die Coronakrise, das Wegfallen von Zuschauereinnahmen seien diverse "Ertragsströme weggebrochen". Gepaart mit dem schwierigen Transfermarkt können deshalb "erwartbare Transfersummen nicht erzielt werden. Das sind Dinge, die sind so. Die müssen und werden wir lösen und den Klub und den sportlichen Bereich dahingehend ausrichten." 

Abgänge würden Spielraum erweitern

Über genaue Zahlen machte Krösche keine Angaben. Ein gewisser Handlungsspielraum ist aktuell im Budget wohl noch vorhanden. Weitere Abgänge wie die von Steven Zuber, Gonçalo Paciencia oder auch Amin Younes könnten diesen nochmals erhöhen. "Ich werde nicht über Zahlen sprechen und auch nicht welches Budget noch frei ist oder auch nicht", machte der 40-Jährige deutlich und ergänzte: "Es geht um die sportliche Bewertung und die Kadergröße. Wir sind im großen Ganzen zufrieden, deswegen gibt es da aktuell keine anderen Gedanken. Aber das Transferfenster ist noch lange offen." Aktivitäten wird es sicherlich noch geben, damit die Eintracht den herausfordernden Spagat meistern kann. 

Profile picture for user Benjamin Heinrich
Benjamin Heinrich  
13.08.2021