Augsburg vor Beurlaubung von Herrlich?

Späte Trainerwechsel? Diesen Effekt hatten die neuen Coachs

Heiko Herrlich muss laut Medienberichten mit seiner Beurlaubung rechnen. Foto: Imago
Heiko Herrlich muss laut Medienberichten mit seiner Beurlaubung rechnen. Foto: Imago

Durch anhaltende Negativserien sind der FC Augsburg und Werder Bremen aus dem vermeintlich gesicherten Tabellen-Mittelfeld in den Abstiegskampf gerutscht. Im Umfeld beider Klubs wird nun über einen späten Trainerwechsel sinniert. Obwohl die Hanseaten siebenmal in Folge verloren haben, sind dabei laut Medienberichten die Fuggerstädter einer Beurlaubung von Heiko Herrlich deutlich näher.

Den vielzitierten neuen Impuls für die Mannschaft könnte es beim FCA wohl auch deshalb drei Spieltage vor Schluss geben, weil ein neuer Übungsleiter für diese Saisonphase ungewöhnlicher Weise einige Zeit auf dem Trainingsplatz hätte. Das spielfreie erste Mai-Wochenende macht es möglich. Sollte Herrlich wirklich seinen Hut nehmen müssen, wäre es die neunte Beurlaubung eines amtierenden Coachs der laufenden Saison. Einen kurzfristig deutlich positiven Effekt, auf den Augsburg (oder auch Werder) bei drei verbleibenden Spieltagen setzen müsste, hatten dabei vier der bisherigen Trainerwechsel.

BVB, Bayer04, Köln und Bielefeld profitierten kurzfristig

Hannes Wolf holte bei Bayer Leverkusen aus seinen ersten drei Spielen sieben Zähler, nachdem Peter Bosz aus seinen letzten drei Partien nur ein Remis geholt hatte. Merklich auch der kurzfristige Effekt bei den Trainerwechseln von Borussia Dortmund und dem 1.FC Köln: Edin Terzic und Friedhelm Funkel holten in den ersten drei Partien als Nachfolger von Lucien Favre und Markus Gisdol jeweils sechs Punkte, ihre Vorgänger in ihren drei letzten Begegnungen nur jeweils einen. Köln ist dabei nicht das einzige positive Beispiel aus dem Abstiegskampf. Auch Arminia Bielefeld, wo der Wechsel von Uwe Neuhaus zu Frank Kramer öffentlich mit großem Argwohn betrachtet wurde, konnte einen kurzfristigen Formanstieg verzeichnen. Der Aufstiegstrainer holte nur ein Remis aus seinen letzten drei Partien als Chefcoach, sein Nachfolger immerhin deren vier.

Hertha und Schalke ohne schnelle Verbesserung

Dem gegenüber stehen aber auch einige Trainerwechsel, deren Effekt sich nicht kurzfristig, bisweilen auch insgesamt nicht, einstellte. Dimitrios Grammozis als Nachfolger von Christian Gross beim FC Schalke 04 und Pal Dardai als Nachfolger von Bruno Labbadia bei Hertha BSC holten etwa die gleiche Bilanz wie ihre Vorgänger und je nur einen Punkt. Jan-Moritz Lichte ereilten wie Vorgänger Achim Beierlorzer beim FSV Mainz 05 sogar drei Niederlagen. Die Rheinhessen stellen mit Bo Svensson das eindeutig positivste Beispiel eines Trainerwechsels im Abstiegskampf der laufenden Saison. Doch kurzfristig holte auch der Däne nur einen Punkt aus seinen ersten drei Spielen. Der FC Augsburg muss bei seiner Entscheidung über Herrlich also zumindest im Hinterkopf haben, das verschiedene Szenarien möglich sind: Die Vorbilder heißen unter den Teams im Tabellenkeller vor allem Bielefeld und Köln, eher abschreckende Beispiele sind Hertha und Schalke.

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Lars Pollmann  
25.04.2021