Lindström, Hauge & Co

Sow: Eintrachts Neue "stehen unter Druck" - Glasner denkt an Haller

Djibril Sow (l.) und Eintrachts Neuzugänge Christopher Lenz, Rafael Borre, Jesper Lindström und Jens Petter Hauge (v.l.n.r.). Foto: Getty Images

Zuletzt nahm rund um Eintracht Frankfurt die Kritik an Neuzugängen wie den Offensivspielern Sam Lammers, Jens Petter Hauge und Jesper Lindström zu. Mittelfeldmann Djibril Sow und Trainer Oliver Glasner stellten sich vor dem Heimspiel in der Europa League gegen Olympiakos Piräus demonstrativ vor die neuen Spieler. 

Aus dem Deutsche Bank Park in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich 

Bei der 1:2-Niederlage gegen Hertha BSC standen Jens Petter Hauge, Jesper Lindström und Sam Lammers gemeinsam in der Startelf und bildeten die Dreier-Offensive. Manch ein Medium bezeichnete das als eine "Schnapsidee" von Trainer Oliver Glasner, auf die drei in der Bundesliga noch sehr unerfahrenen Spieler gemeinsam zu setzen. Weil diese Idee auch gehörig schief ging, hagelte es im Anschluss Kritik. "Man merkt, dass die Neuzugänge unter Druck stehen", gab Eintrachts Mittelfeldspieler Djibril Sow nun zu und stellte anschließend auch sofort klar: "Das ist natürlich ein Stück weit in unserer Veratnwortung, der Spieler, die schon länger dabei sind, ihnen diesen Druck zu nehmen, ihn auf unsere Schultern zu bringen. Umso länger wir nicht gewinnen oder nicht gut spielen, wird es schwieriger. Wir müssen versuchen, sie so gut es geht zu unterstützen und die Verantwortung auf dem Platz zu übernehmen." 

"Gewinnen als Mannschaft und verlieren als Mannschaft"

Und auch Trainer Glasner betonte vor dem Europa League-Heimspiel gegen Piräus am Donnerstagabend (21 Uhr), dass die Last der Verantwortung auf keinen Fall auf den jungen Spielern liegen sollte: "Diese Niederlage den Dreien in die Schuhe zu schieben, wäre völlig falsch. Wir gewinnen als Mannschaft und wir verlieren als Mannschaft. Es ist wichtig, dass wir ihnen nicht den ganzen Druck aufladen. Das machen wir intern auch nicht." Vorwürfe kann und will der Österreicher den Neuzugängen ohnehin keine machen: "Ich weiß, dass die Erwartungshaltung hier an unsere Neuzugänge sehr, sehr hoch ist. Ich kann mich nur wiederholen: Sie geben immer ihr Bestes, sie versuchen es. Es klappt nicht immer alles perfekt. Die Leistung ist mal besser, mal weniger gut." 

Glasner: "Haller wurde hier auch kritisch gesehen"

Und dann erinnerte der 47-Jährige an ein aktuell sehr prominentes Beispiel, dass Spieler, vor allem auch jüngere, ihre Zeit brauchen, um sich in der Bundesliga zu akklimatisieren: "Mir hat heute jemand erzählt, dass Sebastien Haller ähnlich kritisch gesehen wurde hier in den Medien, nachdem er in Frankfurt gekommen ist. Gestern hat er mit drei Vorlagen und einem Tor in der Champions League bei einem Sieg gegen Dortmund mitgeholfen." Der 27-jährige Angreifer spielte von 2017 bis 2019 bei Eintracht Frankfurt, startete aber erst im zweiten Jahr als Teil der berüchtigten "Büffelherde" mit Luka Jovic und Ante Rebic richtig durch. Anschließend wechselte er für rund 50 Millionen Euro zu West Ham United, wurde dort aber nicht glücklich und zog im Januar weiter zu Ajax Amsterdam. Dort mischt der Ivorer aktuell die Champions League auf, traf in seinen ersten drei Spielen sechsmal und bereitete zwei Treffer direkt vor. Schlagen die Neuzugänge der Eintracht mit Verzögerung ebenso gut ein, könnten die Verantwortlichen mehr als zufrieden sein. 

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Benjamin Heinrich  
21.10.2021