Mit 6.500 Zuschauern

So plant Eintracht die Rückkehr der Fans

Die Fans von Eintracht Frankfurt dürfen gegen Bielefeld ins Stadion.
Die Fans von Eintracht Frankfurt dürfen gegen Bielefeld ins Stadion. Foto: Getty Images

Auch Eintracht Frankfurt hat die Genehmigung des Gesundheitsamtes der Stadt erhalten und darf zum Bundesliga-Auftakt gegen Arminia Bielefeld am nächsten Samstag (15.30 Uhr) vor 6.500 Zuschauern spielen. Das Konzept? Komplex und sehr gut durchdacht.

Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Axel Hellmann hat in seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt schon einiges erlebt. Eine Rückrunde der Schande 2011, die harten Verhandlungen um die Lizenz 2002 oder die Relegation 2016. Doch in der Coronakrise ein Konzept dafür auszuarbeiten, dass Zuschauer wieder zurück ins Stadion dürfen? "Das war die größte und komplexeste Aufgabe, die wir in der Zeit bei Eintracht Frankfurt vergegenwärtigen mussten", sagte das Vorstandsmitglied der Hessen bei einer Presserunde am Freitagnachmittag.

Tickets werden verlost

Am Vormittag erst gab es grünes Licht vom Gesundheitsamt, das Stadion genehmigte für den Bundesliga-Saisonauftakt gegen Arminia Bielefeld am nächsten Samstag (und zwei Wochen später am 3. Spieltag auch gegen die TSG Hoffenheim) 6.500 Zuschauer. Diese Plätze werden unter den 31.000 Dauerkarten-Besitzern verlost, wobei 800 Tickets an die Besucher der VIP-Räume gehen. Man werde dabei über die Wochen auf eine Rotation achten. Wer dann am Spiel teilnehmen will, muss seine Kontaktdaten hinterlassen, eine Übertragung des Tickets ist anschließend aber noch möglich.

Auch Familienmitglieder müssen Abstand wahren

Im gesamten Stadion gilt: Der Mund-Nasen-Schutz muss getragen und darf nur am Platz selbst abgenommen werden. Der Toilettengang erfolgt unter strengsten Hygienemaßnahmen, ein "Come Together" an den Kiosken wird es nicht geben, Essen und Trinken darf ebenfalls nur auf dem Sitz zu sich genommen werden. Zwischen den einzelnen Besuchern - auch Familienmitgliedern - liegen jeweils vier Plätze, der Abstand horizontal und vertikal beträgt somit über 1,50 Meter.

Reschke erklärt die Ziele

Justiziar Philipp Reschke erklärte: "Wir haben drei Ziele: Erstens geht es um Kontaktminimierung. Zweitens um den Infektionsschutz und drittens um die Ketten-Nachverfolgbarkeit. Dabei gibt es zwei 'Heilige Kühe': Den Abstand von 1,50 Metern wahren und überall auf dem Gelände einen Mund-Nasen-Schutz tragen."

So plant die Eintracht

Auch die An- und Abreise werden genauestens koordiniert, es werden genügend Bahnen, Auto- und Fahrradparkplätze zur Verfügung gestellt. "Wir sehen uns als Vorreiter für die Sport- und Eventbranche und müssen Eisbrecher sein für alle", nahm Hellmann den Fußball in die Pflicht. Er verwies dabei auch auf die Eigenverantwortung der Fans, die Eintracht werde keine "Pandemiepolizei spielen".

Wirtschaftlich nicht profitabel

Wirtschaftlich profitabel ist die Veranstaltung so freilich nicht. Die Eintracht hoffte auf 11.275 Zuschauer, am Ende darf knapp die Hälfte davon kommen. Wirtschaftlich profitabel wird es für die Frankfurter erst ab 10.000 Anhängern. Doch darum ging es nicht: "Es ist in diesen schwierigen Zeiten eine Rückkehr zur Normalität."

 

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Christopher Michel  
11.09.2020