Top-Teams vornehmlich im Mittelfeld

So oft nutzten die Bundesliga-Trainer bisher Wechseloptionen

In der Bundesliga darf diese Saison fünfmal getauscht werden. Foto: Imago
In der Bundesliga darf diese Saison fünfmal getauscht werden. Foto: Imago

In der Bundesliga sind wie in vielen anderen Wettbewerben in dieser Spielzeit wegen der besonderen Corona-Bedingungen zwei zusätzliche Wechsel pro Spiel erlaubt. Bei der Einführung der vierten und fünften Option gab es große Diskussionen darüber, dass Top-Teams mit großen Kadern bevorzugt würden.

In England sorgte dies gar dafür, dass sich keine Mehrheit fand und die Trainer nach wie vor mit drei Tausch-Optionen leben müssen. Tatsächlich aber lässt sich wohl kaum feststellen, dass die besten Mannschaften der Bundesliga in besonders unfairem Maße von den zwei zusätzlichen Wechseln profitieren. Das liegt freilich nicht zuletzt daran, dass die Trainer die mit den gemeinhin als stärksten Kader geltenden Teams arbeiten, ihre Optionen gar nicht voll ausschöpfen.

Bayern und BVB quasi gleichauf

Dies zeigt eine Zusammenstellung von Sport Bild. Dem Magazin zufolge wechselte Hansi Flick vom FC Bayern in der laufenden Spielzeit 85 Mal während der Partie. Bei 110 Möglichkeiten (fünf Wechsel Mal 22 Spieltage) entspricht das einer Quote von etwa 77 Prozent. Anders ausgedrückt: Pro Partie nutzt der FC Bayern circa 3,86 Wechseloptionen. Bei Borussia Dortmund, auf dem Papier vor der Saison als ärgster Verfolger der Münchner gesehen, nutzten Lucien Favre und Edin Terzic dem Bericht zufolge nur einen Wechsel mehr. Es sind folglich etwa 3,9 Wechsel pro Partie, beziehungsweise knapp 78 Prozent aller möglichen Auswechslungen.

Wechselkönig Matarazzo, Wechselmuffel auf Schalke

Unter den Top-Teams stellt nur RB Leipzig eine große Ausnahme dar. Julian Nagelsmann nutzte demnach 98 Wechsel (89 Prozent, 4,45 Wechsel pro Spiel), um sein Team zu verändern. Vor Leipzig rangiert nur der VfB Stuttgart. Pellegrino Matarazzo darf sich sozusagen als Wechsel-König bezeichnen. Der VfB tauschte als einziger Klub mehr als 100 Mal, nutzt 93 Prozent seiner Optionen und verzichtete in 22 Spielen nur auf acht Einwechslungen. Am anderen Ende des Spektrums findet sich der FC Schalke 04 wieder. Mit nur 73 Wechseln liegt die gemeinsame Quote von David Wagner, Manuel Baum, Huub Stevens und Christian Groß bei lediglich 66 Prozent, pro Spiel tauschten die Schalke-Coaches bisher nur 3,31 Mal.

Wie oft wechselten die Bundesligisten in dieser Saison aus?

1. VfB Stuttgart, 102 Wechsel / 93 % aller Wechsel / 4,63 Wechsel pro Spiel

2. RB Leipzig, 98 Wechsel / 89 % / 4,45 WpS

3. FSV Mainz 05, 94 Wechsel / 85,5 % / 4,27 WpS

= 3. Union Berlin, 94 Wechsel / 85,5 % / 4,27 WpS

= 3. SC Freiburg, 94 Wechsel / 85,5 % / 4,27 WpS

6. Hertha BSC, 93 Wechsel / 84,5 % / 4,22 WpS

= 6. 1.FC Köln, 93 Wechsel / 84,5 % / 4,22 WpS

8. FC Augsburg, 91 Wechsel / 82,7 % / 4,14 WpS

9. Werder Bremen, 88 Wechsel / 83,8 % / 4,18 WpS (erst 21 Spiele)

= 9. Arminia Bielefeld, 88 Wechsel / 83,8 % / 4,18 WpS (erst 21 Spiele) 

11. Borussia Mönchengladbach, 90 Wechsel / 81,8 % / 4,09 WpS

12. Borussia Dortmund, 86 Wechsel / 78,1 % / 3,9 WpS

13. FC Bayern, 85 Wechsel / 77,2 % / 3,86 WpS

= 13. Eintracht Frankfurt, 85 Wechsel / 77,2 % / 3,86 WpS

= 13. TSG Hoffenheim, 85 Wechsel / 77,2 % / 3,86 WpS

16. VfL Wolfsburg, 83 Wechsel / 75,5 % / 3,77 WpS

17. Bayer Leverkusen, 77 Wechsel / 70 % / 3,5 WpS

18. FC Schalke 04, 73 Wechsel / 66,4 % / 3,32 WpS

(Anzahl der Wechsel laut Sport Bild)

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Lars Pollmann  
24.02.2021

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