In Coronazeiten

Kreativität? Topdeals? So könnte sich der Transfermarkt entwickeln

Das Geld fließt nicht mehr so locker.
Das Geld fließt nicht mehr so locker. Foto: Imago

Wie entwickelt sich der Transfermarkt in Zeiten der Coronavirus-Pandemie weiter? DFL-Geschäftsführer Christian Seifert mahnte bereits an, dass auch weiterhin gespart werden müsse. Eine Rückkehr zur Normalität? Diese ist auch in diesem Sommer nicht zu erwarten.

Die Bundesliga hat in der aktuell laufenden Saison knapp 364 Millionen Euro in neue Spieler investiert und 330 Millionen Euro eingenommen. Klammert man die Toptransfers von Leroy Sane (50 Millionen Euro), Jude Bellingham (23) und das RB-Doppelpack Alexander Sörloth und Dominik Szoboszlai (jeweils 20) aus, dann entfallen ohne dieses Quartett nur noch 240 Millionen Euro auf die weiteren 15 Klubs. Der Geldbeutel sitzt lange nicht mehr so locker, wie es noch in der Spielzeit 2019/20.

Vollbremsung wegen Corona

Damals flossen noch 942,24 Millionen Euro für Neuzugänge über die Theke, die Milliarden-Marke wäre wohl zeitnah geknackt worden. Wegen Corona musste eine Vollbremsung gemacht werden, die Umsätze haben sich halbiert, Spieler und Verantwortliche verzichten auf Gehalt. Mit Ausnahme der Premier League, wo die Klubs weiterhin wild investieren, sind die Transfersummen deutlich gesunken.

Transfersummen sind überall gesunken

Die LaLiga investierte 421,7 Millionen Euro (Im Vorjahr: 1,51 Milliarden), die Serie A 851,6 Millionen Euro (1,41 Milliarden) und die Ligue 1 454,99 Millionen Euro (840,2 Millionen). Die erste französische Liga war somit sogar ausgabefreudiger als die Bundesliga und Primera Division. Doch insgesamt zeigt sich eine klare Tendenz, das Geld muss zusammengehalten werden.

Hübner glaubt weiterhin an teure Star-Transfers

Bruno Hübner, Sportdirektor bei Eintracht Frankfurt, vermutete in einem Pressegespräch: "Die Topleute werden nach wie vor teuer sein. Vielleicht überlegen die Vereine, ob sie sich nur noch einen Spieler diese Kategorie holen und sich den zweiten Spieler nicht mehr leisten." Sprich: Dayot Upamecano (wechselt für 42 Millionen Euro zum FC Bayern München) wird weiterhin einen Markt haben, auch Jadon Sancho oder Erling Haaland von Borussia Dortmund.

Vereine müssen weiterhin kreativ sein

"Ich bin mir sicher", betonte Hübner, "dass diese Spieler ihre Wertigkeit haben und weiterhin viel Geld bezahlt wird." Doch wie sieht es unterhalb der Topklubs aus? "Die Vereine müssen weiterhin kreativ sein und Einsparungen vornehmen." Somit ist also auch im Sommer wieder ein zäher Transfermarkt zu erwarten: "Es wird ein Mix sein, die Klubs werden wieder Tauschgeschäfte tätigen." Von den Gedanken, dass für Profis der Kategorie Luka Jovic, Joelinton, Jean-Philippe Gbamin und Valentino Lazaro (jung, hochtalentiert, aber noch nicht ausgereift) zusammenaddiert über 150 Millionen Euro fließen, muss man sich in naher Zukunft wohl verabschieden.

Florian Bolker  
31.03.2021

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