Super League

8 Milliarden! So hoch verschuldet sind die 12 Klubs der Super League

Der FC Liverpool und Real Madrid duellieren sich regelmäßig in der CL.
Der FC Liverpool und Real Madrid duellieren sich regelmäßig in der Königsklasse. Foto: Imago

Zwölf europäische Top-Klubs setzten die Fußball-Welt am vergangenen Montag mit ihren ambitionierten Plänen für eine neue Super League in Aufruhr. Mit Real Madrids Präsident Florentino Perez zeichnete der designierte Vorsitzende der ESL ein düsteres Bild der gegenwärtigen Situation im Fußball. Mehr-Einnahmen von rund 3,25 Milliarden Euro sollten sich die Vereine allein aus dem Startgeld des neuen Wettbewerbs erhoffen. Bei den gigantischen Schuldenbergen kein Wunder.

Die Pläne für eine neue Super League scheinen nur wenige Tage nach der Bekanntgabe vorerst wieder verworfen. Zu groß ist die Ablehnung der Mehrheit gegenüber dem Projekt, das Florentino Perez als "Rettung für den Fußball" titulierte. Laut Perez habe die Corona-Pandemie einen letzten Ausschlag für die Gründung der Super League gegeben. Alleine Real Madrid habe in zwei Jahren 400 Millionen Euro verloren.

 

Doch vielleicht brachte es mit Max Eberl der Manager von Borussia Mönchengladbach und damit einem Klub, der in den Planungen ohnehin keine Rolle spielte, einer treffend auf den Punkt: "Wenn ich jetzt das Zitat von Herrn Perez höre, der Plan sei alternativlos, weil es 2024 diese Vereine wegen Corona nicht mehr geben würde, dann weiß ich nicht, ob das jetzt der Klub der Superreichen ist oder der Klub der Super-Verschuldeten."

Letzteres dürfte passend sein. Zumindest wenn es nach den von der italienischen Sportzeitung La Gazzetta dello Sport angegebenen Schuldenzahlen der 'Big 12' geht. Denn zusammen bringen es die 12 ESL-Klubs auf rund acht Milliarden Euro an Schulden - ein absoluter Wahnsinn! Nicht umsonst bezeichnet der Finanzexperte Michael Heimrich die Gründung der Super League auch als einen "Hilfeschrei" der Topklubs. Dabei sei immer betont: Natürlich besitzen die Klubs Vermögenswerte wie zum Beispiel ein eigenes Stadion oder Topstars mit einem hohen Marktwert. Auch die Klubbesitzer oder die jeweilige Investorengruppe selbst weist meist ein großes Vermögen auf, dennoch wirtschaften die Klubs nicht rentabel und häufen Schulden an. Sie leben über ihren Verhältnissen - und die Coronakrise hat die Lage verschärft. Die einfachste Lösung für die Misere wäre eine Senkung der Spielergehälter, doch in der Praxis ist dies offenbar nur schwer durchzusetzen. Der Überblick laut Gazzetta dello Sport:   

So hoch sind die Schulden der 12 Super-League-Klubs

12. FC Arsenal (England): Schulden von 125,4 Millionen Euro

11. AC Mailand (Italien): Schulden von 151,8 Millionen Euro

10. Manchester City (England): Schulden von 200 Millionen Euro

9. FC Liverpool (England): Schulden von 272 Millionen Euro

8. Juventus Turin (Italien): Schulden von 458,3 Millionen Euro

7. Atletico Madrid (Spanien): Schulden von 494,2 Millionen Euro

6. Manchester United (England): Schulden von 528,6 Millionen Euro

5. Inter Mailand (Italien): Schulden von 630,1 Millionen Euro

4. Real Madrid (Spanien): Schulden von 901 Millionen Euro

3. FC Barcelona (Spanien): Schulden von 1,173 Milliarden Euro

2. Tottenham Hotspur (England): Schulden von 1,28 Milliarden Euro

1. FC Chelsea (England): Schulden von 1,51 Milliarden Euro

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Adrian Kuehnel  
22.04.2021