Schiedsrichter in der Kritik

Siebert frustiert nach Fehlentscheidung im Topspiel: "Ärgere mich sehr"

Schiedsrichter Daniel Siebert stand im Mittelpunkt des Spitzenspiels.
Schiedsrichter Daniel Siebert stand im Mittelpunkt des Spitzenspiels. Foto: Getty Images

Schiedsrichter Daniel Siebert stand nach seiner Leistung im Topspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund im Fokus. Der Unparteiische nimmt selbstkritisch Stellung.

In der 49. Minute entschied Daniel Siebert auf Weiterspielen, obwohl sich Julian Brandt nach einem Einsteigen von Benjamin Pavard den schmerzenden Knöchel hielt. "Das war der größte Fehler in diesem Spiel und über meine Bewertung dieser Szene ärgere ich mich sehr", sagte der Schiedsrichter dem kicker mit Blick auf das Spitzenspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund. Brandt enteilte in hohem Tempo in Richtung Tor des FC Bayern und Pavard setzte seitlich-hinten "recht kontrolliert" zur Grätsche an, um den Ball zu spielen: "Er trifft aber nur Brandts Knöchel, also war es ein klares Foul, das zusätzlich zwingend mit Gelb zu ahnden gewesen wäre."

Siebert stellt sich nach Fehlern im Topspiel

Doch warum nahm Siebert die Pfeife nicht in den Mund? "Weil der Ball genau in der Richtung weiterrollte, als hätte Pavard tatsächlich den Ball gespielt, hatte ich im Spiel eine falsche Wahrnehmung und habe 'Ball gespielt' angezeigt." Er sei froh, dass sich Brandt nicht ernsthaft verletzt hatte. Zehn Minuten später stand der Unparteiische allerdings erneut im Blickpunkt: "Im Laufduell zwischen Pavard und Jude Bellingham setzt Pavard zur Grätsche an, um mit seinem rechten Bein den Ball vom Fuß zu grätschen. Dieser erste Versuch schlägt fehl, Pavard spielt den Ball nicht, sein Bein stellt stattdessen im Laufweg von Bellingham ein Hindernis dar."

Pavard zweimal im Mittelpunkt

Regeltechnisch sei dies ein Zufallbringen "und damit ein Foul. Dass Pavard kurz danach den Ball berührt, ist irrelevant." Siebert räumte auch hier selbstkritisch ein: "Strafstoß wäre die richtige Entscheidung gewesen." Pavard habe ihm mit seiner Grätsche "den Bllick auf den entscheidenden Kontakt im Fußbereich" verdeckt. Siebert könne aber auch nicht "auf Verdacht" auf Strafstoß entscheiden, sondern nur dann, "wenn ich einen strafbaren Kontakt deutlich wahrnehme". Ansonsten gelte: "Im Zweifel weiterlaufen lassen." Siebert gestand jedoch: "Vor allem in der Kameraeinstellung 'Hintertor hoch' ist in diesem Fall der strafbare Kontakt von Pavad an Bellingham jedoch deutlich erkennbar." Eine Intervention des VAR wäre wohl nötig gewesen.

Florian Bolker  
24.04.2022