Kritik an Bobic und Hütter

SGE-Vorstand Hellmann: "Schönrederei das falsche Signal!"

Eintrachts Vorstandssprecher Axel Hellmann mit klaren Worten in Richtung seiner sportlichen Führung. Foto: Imago

Eintracht Frankfurt hat sich mit einem blamablen 3:4 bei FC Schalke 04 wohl um die historische Chance Champions League gebracht. Die Interviews von Sportvorstand Fredi Bobic und Trainer Adi Hütter im Anschluss haben nun auch die Klubführung auf den Plan gerufen. 

Die Fans enttäuscht, die Mannschaft resigniert und die sportliche Führung spricht über das Erreichte. Eintracht Frankfurt gab bei der 3:4-Pleite auf Schalke weder auf dem Rasen noch im Anschluss in der Mixed Zone eine gute Figur ab. Trainer Adi Hütter sagte nach der Partie: "Wir sind fix Fünfter. Das zählt." Zudem sprach der Österreicher davon, dass das intern ausgerufene Ziel Champions League wohl erst dazu geführt habe, dass die Hessen so lange oben mitgespielt haben. Sportvorstand Fredi Bobic hingegen sprach davon, dass sich die Eintracht für Platz fünf nicht schämen müsse und von einem "souveränen Einzug in die Europa League".

"Sportlich versagt"

Vorstandssprecher Axel Hellmann hat sich mit Blick auf die beiden Funktionäre lange zurückgehalten, nach dem wohl besiegelten Champions League-Aus platzte dem Juristen aber der Kragen. "Wenn du aus den Spielen gegen Mainz und Schalke nur einen Punkt holst, dann hast du sportlich versagt. Die Leistung auf Schalke war blamabel. Das ist nicht der Zeitpunkt, sich über den fünften Platz zu freuen oder als Erfolg zu verkaufen. Diese Schönrederei ist das falsche Signal", sagte Hellmann unter anderem zu fussball.news. Er sprach von einer "historischen Chance", die die Eintracht vergeben hat. Klare Worte, die erst der Vorstandssprecher finden muss, dabei wären es die sportlich Verantwortlichen gewesen, die die Aussagen hätten tätigen müssen. 

"Selbstkritischeres Auftreten wäre richtig gewesen"

Auch Hellmann gab zu: "Natürlich ist ein fünfter Platz ein sehr gutes Ergebnis für uns." Schränkte aber gleich an: "Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt sich darüber zu freuen." Damit sprach er vielen Anhängern der Hessen aus der Seele, die am Abend nach der bitteren Niederlage und auch am Tag danach Bobic und Hütter in sozialen Medien und Foren heftig kritisierten. Den beiden zum Saisonende Ausscheidenden (Bobic wechselt zu Hertha BSC, Hütter zu Borussia Mönchengladbach) gab Hellmann noch einen nachträglichen Rat: "Richtig wäre ein selbstkritischeres Auftreten gewesen." Mehr Selbstkritik wäre wohl auch das richtige Signal an die Mannschaft gewesen, die auf Schalke eines gezeigt hat: Die letzten Wochen haben zu einem deutlichen Bruch zwischen der Mannschaft und der sportlichen Leitung geführt.

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Benjamin Heinrich  
16.05.2021