Dost-Nachfolge

Eintrachts Stürmercasting: Diese Bankdrücker könnten Thema werden

Wechselt mit Divock Origi sogar ein Champions League-Sieger nach Frankfurt? Foto: Getty Images

Nach dem Abgang von Bas Dost ist Eintracht Frankfurt auf Stürmersuche. Ein Neuzugang müsste auf Anhieb helfen und sich gleichzeitig dem Konkurrenzkampf mit Topstürmer Andre Silva stellen. Kein einfaches Unterfangen.

Rund acht Millionen Euro spülte der Abgang von Stürmer Bas Dost in die Kassen von Eintracht Frankfurt. In Zeiten der Coronakrise eine ordentliche Summe, die dem Klub hilft. Doch mit Andre Silva und dem noch verletzten Youngster Ragnar Ache ist die Personaldecke im Sturm der Hessen äußerst dünn. Ein Teil des Geldes muss folglich für einen Neuzugang eingesetzt werden. Die Verantwortlichen verfolgen die Option, einen Profi von der Ersatzbank eines Topklubs auszuleihen, um das finanzielle Risiko möglichst gering zu halten. Die Liste der Verantwortlichen an potentiellen Kandidaten soll nicht gerade kurz sein. fussball.news stellt neben Luka Jovic von Real Madrid mögliche Ziele von Sportvorstand Fredi Bobic vor.

1. Joshua Zirkzee

Beim FC Bayern München hat es Joshua Zirkzee aktuell schwer. Mit Eric-Maxim Choupo-Moting verpflichteten die Münchener im Sommer einen weiteren Backup für Weltfußballer Robert Lewandowski. Der 19-jährige Niederländer steht im internen Stürmer-Ranking nur noch auf Platz drei und könnte den FC Bayern München deshalb im Winter leihweise verlassen. Der 1. FC Köln soll auch großes Interesse am Youngster haben, der in zwölf Bundesligaspielen bislang vier Treffer (eine Vorlage) erzielte. Der großgewachsene Angreifer (1,93 Meter) könnte in Frankfurt die Rolle von Dost durchaus ausfüllen, bringt zudem noch mehr Tempo mit als der 31-Jährige. Bei der Integration könnte ausgerechnet Ache helfen, der in den Niederlanden aufgewachsen ist.

2. Divock Origi

Ganze acht Minuten stand Divock Origi in der laufenden Saison für den FC Liverpool in der Premier League auf dem Platz. Für den belgischen Nationalspieler mit Blick auf die anstehende EM zu wenig. Vertraglich ist der 25-Jährige noch bis 2024 beim Team von Trainer Jürgen Klopp gebunden. In der Bundesliga machte Origi in der Saison 2017/18 leihweise bereits 31 Spiele für den VfL Wolfsburg, traf sechsmal, kennt Deutschland also bestens. Der Stürmer wurde 2019 mit dem FC Liverpool Champions League-Sieger, traf im Finale gegen Tottenham. Mit Origi würde die Eintracht wohl die benötigte Soforthilfe erhalten, der Nationalspieler die nötige Spielpraxis. Eine absolute Win-Win-Situation. Im Gegensatz zum FC Schalke 04, der interessiert sein soll, können die Hessen mit der besseren sportlichen Perspektive punkten. 

3. Mariano Diaz

Bleibt Luka Jovic über den Winter hinaus bei Real Madrid, wird es für Mariano Diaz im Sturm der Spanier eng. Der 27-Jährige ist noch bis 2023 vertraglich in Madrid gebunden, eine Leihe könnte dem ehemaligen Nationalspieler der Dominikanischen Republik Spielpraxis geben. Ein Wechsel in die Bundesliga war beim Angreifer immer mal wieder Thema. 260 Pflichtspielminuten in der laufenden Saison könnte Grund genug sein, um diesmal ernst zu machen. Für die Profis lief Diaz, der 2018 für 21,5 Millionen Euro von Olympique Lyon zu Real Madrid wechselte, bislang in 45 Pflichtspielen auf, traf elfmal und bereitete zwei Treffer vor. In der Reserve gelangen ihm sogar 32 Tore in 43 Einsätzen. Folgen weitere Tore in der Bundesliga?

4. Sam Lammers

Kommt vielleicht sogar ein jüngerer Holländer für Oldie Dost? Sam Lammers von Atalanta Bergamo würde gut ins Beuteschema passen. Bei den Italienern ist der 23-Jährige nur Joker, stand in dieser Saison in der Serie A nur einmal in der Startelf und kommt wettbewerbsübergreifend nur auf 254 Einsatzminuten. Der ehemalige U21-Nationalspieler der Niederlande kam im vergangenen Sommer für neun Millionen Euro von der PSV Eindhoven nach Bergamo. Eine Leihe nach Frankfurt könnte die Karriere des Angreifers wieder in Schwung bringen. 

5. Cenk Tosun

Oder kehrt am Ende ein Altbekannter nach Frankfurt zurück? Von 2006 bis 2011 spielte Cenk Tosun bereits für Eintracht Frankfurt, bevor der türkische Nationalspieler (45 Einsätze, 18 Tore) zu Gaziantepspor in die Türkei wechselte, von dort zum türkischen Topklub Besiktas und im Januar 2018 dann zum aktuellen Arbeitgeber FC Everton. Dort allerdings kam der 29-Jährige nach einer Kreuzbandoperation in der laufenden Saison erst 33 Pflichtspielminuten zum Einsatz. Der gebürtige Wetzlarer könnte bei eine Rückkehr in die Heimat wieder Spielpraxis und Selbstvertrauen sammeln, um dann gestärkt auf die Insel zurückzukehren. 

Oder kehrt am Ende doch Luka Jovic an den Main zurück? Der Serbe wurde bislang bei Real Madrid nicht glücklich, die Gerüchte um eine Rückkehr halten sich hartnäckig. Die Bild-Zeitung berichtete zuletzt zwar, dass die Verantwortlichen der Eintracht nicht über eine Leihe des 22-Jährigen nachdenken. Vieles spricht zwar dagegen, doch am Ende kann es im Fußball doch ganz schnell gehen.

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Benjamin Heinrich  
29.12.2020

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