Acht Ligaspiele ungeschlagen

Eintracht mit neuem Selbstverständnis: "Jetzt geht vieles einfacher"

Andre Silva (l.) besorgte den Ausgleich mit einem sehenswerten Kopfballtreffer. Foto: Imago

Acht Spiele, sechs Siege, zwei Unentschieden: Eintracht Frankfurt hat einen Lauf. Die spielerische Leichtigkeit, die die Hessen derzeit an den Tag legen, ist letztlich auch eine Frage des Selbstbewusstseins. 

Aus dem Deutsche Bank Park berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Schon in der Hinserie gewann Eintracht Frankfurt auswärts mit 3:1 bei Hertha BSC. Im Rückspiel erzielten die Hessen auch zuhause das gleiche Ergebnis gegen die Berliner. Gerade an diesen beiden Partien lässt sich die spielerische Entwicklung der Frankfurter aber gut darstellen. Hatte die Hertha im Hinspiel noch eine ordentliche Spielkontrolle (56 Prozent Ballbesitz, 84 Prozent Passquote), kam die Eintracht vor allem über die Mentalität (57 Prozent gewonnene Zweikämpfe). Am vergangenen Wochenende dominierten die Frankfurter die Partie mit 60 Prozent Ballbesitz, zeigten sich dabei aber auch agil, liefen 120 Kilometer, nicht mal einen halben weniger als der Gegner, der vor allem im ersten Durchgang viel hinterherlaufen musste.

Weiterentwicklung offensichtlich

Und doch ging Hertha BSC in der 66. Minute in Führung, stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Der Team von Trainer Adi Hütter fand aber umgehend eine Antwort, glich durch Goalgetter Andre Silva aus. "Manchmal ist Fußball relativ einfach zu erklären", sagte der Österreicher auf Nachfrage von fussball.news. "In unserer aktuellen Verfassung gelingt es in so einem Spiel, dass man den postwendenden Ausgleich macht, dass man die Ruhe, die Geduld und die Souveränität hat, dass man weiß, dass man das Spiel noch gewinnen kann." Das war vor einigen Monaten noch anders, als die Hessen Unentschieden an Unentschieden reihten: "In der Vorrunde im Herbst hätten wir das Spiel vielleicht noch unentschieden gespielt, weil wir gar nicht mehr hundertprozentig daran geglaubt hätten. Jetzt geht vieles einfacher", so der 50-Jährige weiter. Der sensationelle Lauf, der die Eintracht auf einen Champions League-Platz gebracht hat, lässt Hütters Mannschaft befreit aufspielen. Die Brust ist breit und die Leichtigkeit gefunden. 

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Benjamin Heinrich  
01.02.2021