Klubs in der Krise

Eintracht-Boss Hellmann: "Hätte uns Corona 2016 getroffen..."

Ein nachdenklicher Axel Hellmann. Foto: Imago

Eintracht Frankfurt hat die Coronakrise bislang den Umständen entsprechend gut wegstecken können. Wäre ein solches Szenario aber vor einigen Jahren eingetreten, wäre Vorstandssprecher Axel Hellmann vermutlich Angst und Bange geworden.

Vom SPOBIS in Düsseldorf berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Mit 45 Millionen Euro Verlust hat Eintracht Frankfurt kalkuliert. Für den aufstrebenden Traditionsverein, der vor Corona Umsatzsteigerung um Umsatzsteigerung erlebt hat, ein dickes Brett. Und doch macht vor allem auch die Rückkehr der Zuschauer Hoffnung, dass die Eintracht die Coronakrise überstehen wird. "Hätte uns Corona 2016 in einer liquiditätsschwachen Situation getroffen, weiß ich nicht, ob wir das relativ stabil überlebt hätten", sagte Vorstandssprecher Axel Hellmann auf dem SPOBIS in Düsseldorf. Dank der guten Voraussetzungen rund um den Verein, sieht das aktuell anders aus: "Wir waren eigentlich fremdkapitalfrei, in der Substanz sehr gesund, mit einem hohen Eigenkapitalanteil zwischen 40 und 70 Millionen Euro."

Eintracht wird fünf, sechs Jahre an der Krise knabbern

Und dennoch wird auch die Eintracht in den kommenden Jahren an den Defiziten dieser Krise knabbern müssen. "Corona ist überall angekommen, nur nicht bei Spielern und Beratern", sagte Hellmann mit einer deutlichen Spitze und wurde dann aber auch sehr konkret: "Wenn ich alles zusammenrechne, müssen wir Mehrerlöse von vier bis fünf Millionen Euro erwirtschaften und außerhalb des sportlichen Bereichs, nur im Hospitality und Sponsoring, um in fünf sechs Jahren die Lasten aus dieser Zeit loszuwerden. Das ist eine Herausforderung." Kaum auszumalen, wie hat die Coronakrise den Klub getroffen hätte, wenn diese zur sportlichen Krise 2016 mit der Bundesligarettung über die Relegation dazugekommen wäre. Seitdem ist in Frankfurt einiges passiert, der Klub war vor der Coronakrise so gut wie nie aufgestellt. Und doch hätten alle Beteiligten auf diese Zerreißprobe liebend gerne verzichtet.

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Benjamin Heinrich  
10.09.2021