Nach 2:4 in Bochum

Selbstkritischer Nagelsmann: "Bochum war giftig - wir genau das Gegenteil"

Julian Nagelsmann (zweiter v.l.) sah eine verdiente Niederlage des FC Bayern. Foto: Getty Images.
Julian Nagelsmann (zweiter v.l.) sah eine verdiente Niederlage des FC Bayern. Foto: Getty Images.

Julian Nagelsmann und der FC Bayern mussten beim VfL Bochum eine 2:4-Niederlage einstecken. Der Cheftrainer des Rekordmeisters äußerte ob seiner Startaufstellung Selbstkritik und klagte zugleich über fehlende Spannung seit dem Abschlusstraining.

Anders als in den vergangenen Wochen agierte der FC Bayern gegen den VfL Bochum nicht in einem 3-4-2-1-System, sondern in einem 4-1-4-1 mit lediglich Joshua Kimmich im defensiven Mittelfeld und einer Viererkette um Benjamin Pavard, Dayot Upamecano, Niklas Süle und Lucas Hernandez. Trotz der defensiveren Aufstellung war der Rekordmeister im Spiel gegen den Ball anfällig, nach dem Führungstor durch Robert Lewandowski (9.) stand zur Halbzeitpause ein 1:4 auf der Anzeigetafel. Zwar erzielte Lewandowski in der Schlussviertelstunde das 2:4, mehr war für die Bayern an diesem Tag aber nicht drin.

Nagelsmann: "Die Idee in der ersten Halbzeit war nicht gut"

Im Interview mit Sky äußerte sich Nagelsmann selbstkritisch, nahm aber auch die Mannschaft in die Pflicht, die erforderliche Haltung an den Tag zu legen: "Die Idee in der ersten Halbzeit war nicht gut. Man sitzt immer gemeinschaftlich im Boot, ich kritisiere mich selber, wenn die Idee nicht top aufgegangen ist. Bochum hat gut gepresst, wir haben sehr langsam gespielt, sehr träge", sagte der Bayern-Coach und betonte: "Wir hatten eigentlich einen Riesenraum in der gegnerischen Hälfte, haben den nicht bespielt. Normal muss ich in der ersten Halbzeit früher umstellen, wir waren aber zu defensiv vom Personal her, daher habe ich bis zur Pause gewartet. Am Ende war die zweite Halbzeit besser, aber wir hätten früher treffen müssen, um noch etwas herauszuholen."

Nagelsmann beklagt Abschlusstraining

Bereits am Freitag hatte Nagelsmann kein gutes Gefühl, wie der 34-Jährige erläuterte: "Wir haben gestern sehr schlecht trainiert. Ganz offensichtlich sind wir zwar ein Spitzenteam, schaffen es aber nicht, den Schalter umzulegen - zumindest nicht alle. Gestern hatten wir eine ähnliche Spannung wie heute in der ersten Halbzeit. Wir haben es nicht hingekriegt, den Bock umzustoßen im Sinne von die nötige Power auf den Platz zu bringen." Sein nüchternes Fazit lautete: "Bochum hat gut verteidigt, aggressiv, war giftig. Wir waren in allen Phasen genau das Gegenteil."

Florian Bajus  
12.02.2022