Keine Chance hinter Lewandowski

FCB-Nachwuchschef Seitz: "Der Schritt zu Bayern war für Arp zu groß"

Beim FC Bayern kam Fiete Arp (l.) zumeist für die Amateure zum Einsatz. Foto: Imago.
Beim FC Bayern kam Fiete Arp (l.) zumeist für die Amateure zum Einsatz. Foto: Imago.

Vor zwei Jahren wechselte Fiete Arp vom Hamburger SV zum FC Bayern. Beim deutschen Rekordmeister suchte der Stürmer vergeblich sein Glück. Laut Holger Seitz, Sportlicher Leiter des Bayern-Campus, war dieser Schritt für Arp zu groß.

Fiete Arp hat zwei komplizierte Jahre beim FC Bayern hinter sich. Das Sturm-Talent, das in 38 Pflichtspielen für den Hamburger SV das Interesse des Rekordmeisters geweckt hatte, kam nur zu einem einzigen Einsatz bei den Profis und verbrachte die meiste Zeit bei den Amateuren, für die der 21-Jährige in 42 Partien acht Tore erzielen konnte.

Trendwende in Kiel

Nach dem Abstieg der FC Bayern Amateure in die Regionalliga wurde Arp verliehen. Die laufende Saison verbringt der Angreifer bei Zweitligist Holstein Kiel. Ole Werner nominierte ihn in drei von sechs Pflichtspielen für die Startelf, nach einem Tor im DFB-Pokal-Spiel gegen den SC Weiche (4:2, n.V.) erzielte Arp beim 3:0-Sieg über Erzgebirge Aue vor der Länderspielpause auch sein erstes Liga-Tor für die Störche.

Seitz: "In Kiel hat er ein ruhiges Umfeld"

Warum es in Kiel besser läuft als in München? "Ich denke, dass Kiel sehr gut zu ihm passt. Da hat er ein ruhiges Umfeld", sagte Holger Seitz, der Arp vergangene Saison bei den Bayern-Amateuren betreute, gemäß Sport1. In den Augen des 46-Jährigen, der mittlerweile wieder als Sportlicher Leiter des Campus fungiert, war der Schritt zum Rekordmeister für Arp zu groß: "Ich glaube, dass diese Erwartungshaltung, die mit seinem Wechsel zu Bayern verbunden wurde, zu viel war", sagte Seitz und betonte: "Fiete ist ein hochtalentierter Spieler, aber er ist damals aus einem instabilen Umfeld von Hamburg nach München gekommen. Der Verein war schon etwas malade, hatte Zweitliga-Niveau. Der Schritt zu Bayern war zu groß - vor allem mit der Erwartungshaltung, dass er jetzt bei den Profis immer spielt und Robert Lewandowski richtig Beine machen muss."

"Gut, dass er den Reset-Knopf drücken kann"

Weiter erläuterte Seitz: "Wenn man dann auch noch keine Spielpraxis bekommt, verliert man den Rhythmus und entwickelt sich nicht weiter. Deswegen ist es gut, dass er in Kiel den Reset-Knopf drücken kann. Es geht darum, sich jetzt aus dem Loch herauszuarbeiten in einem ruhigen Umfeld." In München besitzt Arp einen Vertrag bis 2024, trotz der positiven Leistungen bei der KSV Holstein ist offen, ob er diesen erfüllen wird. 

Florian Bajus  
08.09.2021