Unterschiedliche Handhabung bei Fans

Seifert: "Scharfes Schwert der Wettbewerbsverzerrung stecken lassen"

Seifert erkennt keine Wettbewerbsverzerrung. Foto: Arne Dedert/Pool/Getty Images
Seifert erkennt keine Wettbewerbsverzerrung. Foto: Arne Dedert/Pool/Getty Images

Mit Hertha BSC hat am Donnerstag der zweite Bundesliga-Klub die Rückkehr von Fans zum Auftakt in die neue Saison bekannt gegeben. Auch im DFB-Pokal gibt es mancherorts Zuschauer in der 1. Hauptrunde. Eine flächendeckende Lösung ist nicht in Sicht. Christian Seifert erkennt darin keine überwältigenden Probleme.

Fans, aber auch Beteiligte wie Trainer Uwe Neuhaus von Arminia Bielefeld, führen durchaus ins Feld, dass die Ungleichbehandlung der 36 Klubs aus Liga eins und zwei den Wettbewerb unfair gestalten könnte. "Ich würde das scharfe Schwert der Wettbewerbsverzerrung mal stecken lassen, aber das hat heute auch keiner gezogen", so Seifert am Donnerstag nach einer virtuellen Versammlung der DFL-Mitglieder. Es sei "viel zu hoch geschossen", von Wettbewerbsverzerrung zu sprechen.

"Wichtiges und positives Zeichen"

Schließlich gelten die aktuellen Regelungen erstmal nur bis Ende Oktober, ein Großteil der Saison ist also bislang noch gar nicht geklärt. Und grundsätzlich überwiegen für Seifert die positiven Aspekte, die die anteilige Rückkehr von Fans in die Stadien mit sich brächte. So sieht er die Chance, dass die Bundesliga "ein ganz wichtiges und sehr positives Zeichen" setzen könne. "Ein Zeichen, dass sich tausende Menschen sehr wohl an Hygieneregeln halten wollen und halten können." 

"Nicht ängstlich verharren"

Dass eine einheitliche Regelung dennoch zu bevorzugen wäre, liegt auf der Hand und will auch der DFL-Boss nicht verneinen. Jedoch ist dafür aktuell wohl kein politischer Handlungsspielraum vorhanden. "Wir als Bundesliga begrüßen es, dass bundeseinheitliche Regelungen getroffen werden. Aber warum sollte es einheitliche Reglungen geben, die sich am härtesten denkbaren Fall orientieren?", so Seiferts rhetorische Frage. "Wir können nicht ängstlich verharren", beantwortet er sie selbst.

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Lars Pollmann  
03.09.2020