"Signale überlagern fast alles"

Seifert: "Keiner konnte auf die Pandemie vorbereitet sein"

Seifert ist seit einem halben Jahr als Krisenmanager gefordert. Foto: Arne Dedert/Pool/Getty Images
Seifert ist seit einem halben Jahr als Krisenmanager gefordert. Foto: Arne Dedert/Pool/Getty Images

Die Bundesliga legt am Freitagabend wieder los. Die Einschnitte durch die Corona-Pandemie sind dabei schon fast zu einer neuen Normalität geworden. Seit etwa einem halben Jahr dominiert das Thema die Arbeit bei der DFL und in den Klubs. Christian Seifert bricht eine Lanze für die Vereine, die sich Hilfe aus der öffentlichen Hand suchen.

"Keiner konnte auf die Pandemie vorbereitet sein. Auch milliardenschwere Konzerne, die über Jahre hohe Dividenden ausgeschüttet hatten, beantragten nach kurzer Zeit Staatshilfen", so der Geschäftsführer des Ligaverbands gegenüber dem kicker. Konkret gefährdet seien durch die Krise unmittelbar in erster Linie Zweitligisten gewesen, sagt Seifert. Durchaus kritisch merkt er an: "Da stellt sich die Frage, ob das Streben nach einem Aufstieg nicht zu falscher Motivation führen kann."

"Die Situation noch nie erlebt"

Grundsätzlich seien die 36 Klubs aus der 1. und 2. Bundesliga aber gerade im internationalen Vergleich "extrem diszipliniert". Die Krise sei schlichtweg zu massiv gewesen, als dass alle Klubs aus eigener Kraft mit ihr hätten umgehen können. "Wer behauptet, sich auf eine solche Situation vorbereiten zu können, hat sie vermutlich noch nie erlebt", sagt Seifert. An der Schieflage des Bildes von Profiklubs, die gegenüber dem Staat die Hand aufhalten, ändert das freilich wenig. Der DFL-Boss sieht dabei aber auch ein verzerrtes Bild.

"Solche Signale überlagern fast alles"

"Diskussionen um 700 Millionen Euro Ablöse für Messi, vormals um 222 Millionen Euro für Neymar, goldene Steaks", zählt er auf. "Solche Signale überlagern fast alles." Auch die vielen positiven Begleiterscheinungen des Profifußballs in Deutschland, der nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber sei, sondern auch großes soziales Engagement zeige. Dass der Fußball seiner Verantwortung nachkomme, dürfe laut Seifert in den Diskussionen nicht hintüber fallen.

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Lars Pollmann  
14.09.2020