Hamburger SV

Uwe-Seeler-Stadion? Kühne kritisiert "schwache Vereinsführung"

Seeler ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Foto: Getty Images
Seeler ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Foto: Getty Images

Der Hamburger SV hat am Sonntag ein hochemotionales Heimspiel gegen Hansa Rostock verloren. Es war die erste Partie nach der traurigen Nachricht vom Tode Uwe Seelers unter der vergangenen Woche. Geht es nach Zigtausenden Fans, spielen die Hanseaten schon bald in einem nach 'Uns Uwe' benannten Stadion. Klaus-Michael Kühne ist dafür mehr als offen.

"Solange mir die Namensrechte zustehen, kann das ohne Weiteres geschehen und wird dann hoffentlich von Dauer sein", zitiert die Bild-Zeitung den Investor aus einem eigentlich vertraulichen Schreiben. "Entscheidend ist, ob die schwache Vereinsführung dies aufnimmt", so Kühne weiter. Aufsichtsrats-Chef Marcell Jansen sowie die Vorstände Jonas Boldt und Thomas Wüstefeld sind derzeit die öffentlichen Gesichter des Klubs. Die Verhandlung um die Freistellung von Sportdirektor Michael Mutzel am Dienstag vor dem Arbeitsgericht Hamburg hat gezeigt, wie groß die Unstimmigkeiten in der Zusammenarbeit gerade des Vorstands sind.

HSV würde Einnahmepotenzialen entsagen

Dies dürfte Kühne in seiner Einschätzung nur bestätigen. Allerdings befindet sich der Hamburger SV in der Frage der Umbenennung des Stadions durchaus in einer nachvollziehbaren Zwickmühle. Denn wenn die Arena einmal nach Uwe Seeler benannt ist, wird sich der Name kaum noch ändern lassen. Das heißt: Mit dieser Entscheidung würde sich der Klub mittel- und langfristig Einnahmepotenzialen entsagen. Kühne mag gerne dafür bezahlen, dass der HSV bald im Uwe-Seeler-Stadion spielt. Andere Geldgeber als der 85-jährige Milliardär verfolgen bei Namensrechten andere Interessen und wollen einen Werbewert erzielen. 

"Ohne Uwe würde es das heutige Stadion nicht geben"

Der öffentliche Druck auf die Rothosen ist aber bereits immens. Beinahe täglich melden sich auch Außenstehende Granden des deutschen Fußballs mit dem Hinweis, der HSV müsse unbedingt seine Heimspielstätte umbenennen. Offen bleibt dabei, ob der so bescheidene Volksheld selbst zwingend dafür wäre, dass ein Stadion nach ihm benannt wird. Der langjährige Weggefährte Harry Bähre spricht sich dafür aus, auch weil Seeler in seiner Zeit als Präsident des Klubs Verdienste rund um die Spielstätte erworben habe. "Ohne Uwe würde es das heutige Stadion nicht geben. Er hat dank seiner Popularität und Kontakte dafür gesorgt, dass die Arena gebaut wurde – was für den Verein vor allem wirtschaftlich überlebenswichtig war", berichtet der 81-Jährige bei Sport Bild. Tatsächlich wurde das Volksparkstadion von 1998 bis 2000 'nur' in eine reine Fußballarena umgebaut.

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Lars Pollmann  
27.07.2022