Eintrachts Transfers

Sechser oder Stürmer: Kann Krösche nur noch einen holen?

Kommt Carlos Vinicius zur Eintracht? Foto: Imago

Eine Woche lang hat das Transferfenster in der Bundesliga noch geöffnet. Eintracht Frankfurt will dort noch handeln, hat aktuell aber nur noch einen gewissen Spielraum. Muss sich Sportvorstand Markus Krösche deshalb zwischen einem Sechser und einem Stürmer entscheiden?

In diesem Sommer bekommen die Profiklubs die Auswirkungen der Coronakrise richtig zu spüren. Der Transfermarkt ist gerade bei den Mittelklassevereinen noch extrem ruhig und könnte auch ohne die ganz große Dynamik schließen. Das wiederum bringt auch Eintracht Frankfurt in die Zwickmühle. Reservisten wie Angreifer Goncalo Paciencia oder Mittelfeldspieler Steven Zuber sind nur schwer an einen anderen Verein zu bringen. Dabei würde allein schon das wegfallende Gehalt der beiden Akteure neuen Handlungsspielraum schaffen. Auch unter diesem Aspekt werden die Hessen Amin Younes für vergleichsweise kleines Geld nach Saudi-Arabien ziehen lassen. 

Muss Krösche Prioritäten setzen?

Gleichzeitig muss Eintrachts Sportboss Markus Krösche auch einen Transferüberschuss erwirtschaften. Deshalb steht er nun, zumindest solange die Reservisten noch im Klub sind, womöglich vor der großen Frage, welche Baustelle im Kader er am ehesten für die Doppelbelastung Bundesliga und Europa League schließen möchte. Sowohl auf der Sechserposition als auch im Angriff klafft noch eine Lücke, die es zu schließen gilt. Khephren Thuram (OGC Nizza) wird schon lange für das Mittelfeld gehandelt, im Sturm soll der Brasilianer Carlos Vinicius (Benfica Lissabon) ganz oben auf der Liste stehen. Bei ersterem wäre beim 2022 auslaufenden Vertrag eine Festverpflichtung quasi unumgänglich. Für die Mittelfeldzentrale wird im Umfeld aber auch noch ein Mr. X gehandelt. Die Modalitäten dort sind unklar. Bei Vinicius strebt die Eintracht ein Leihgeschäft mit Kaufoption an. 

Abgang könnte Handlungsspielraum erweitern

Die Portugiesen bestehen laut Informationen der Bild-Zeitung aber auf eine Kaufpflicht. Ein Szenario, das für die Eintracht bislang nicht in Frage kam. Wohlwissend, dass eine potentielle Ablösesumme wohl bei knapp 15 Millionen Euro liegen müsste. Ein zu hohes finanzielles Risiko in Zeiten von Corona. Aktuell laufen Verhandlungen, ob eine solche Pflicht an bestimmte Parameter (z.B. Endplatzierung der Eintracht) gekoppelt wird. Deutlich mehr Handlungsspielraum hätte Krösche, wenn noch ein gutes Angebot für einen Leistungsträger (Kamada, Kostic, Hinteregger, N'Dicka) eingehen würde. Doch aktuell herrscht auch dort Stillstand. Deshalb könnte es gut sein, dass die Frankfurter nur noch einen Transfer tätigen und Glasner und Krösche die Köpfe zusammenstecken müssen, welche Position sie als die größte Schwachstelle ausmachen. 

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Benjamin Heinrich  
24.08.2021