Trotz Glasner-Dementi

Sechser im Fokus: Die Wintertransferpläne der Eintracht

Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche hat gut Lächeln nach den Erfolgen zuletzt. Foto: Getty Images

Die kommende Transferphase könnte bei Eintracht Frankfurt dazu dienen, den Kader noch einmal nach den Vorstellungen von Sportvorstand Markus Krösche und Trainer Oliver Glasner nachzujustieren. Trotz öffentlichem Dementi genießt in Sachen Neuzugängen ein spielstarker Sechser weiterhin Priorität. 

Aus dem Deutsche Bank Park in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Bei seinem Amtsantritt ließ Eintrachts Sportvorstand Markus Krösche schon durchblicken, dass er womöglich drei bis vier Transferperioden benötigt, um den Kader nach seinen Vorstellungen auszurichten. Das Wintertransferfenster könnte deshalb dazu dienen, die eine oder andere Personalien anzugehen. Nach fussball.news-Informationen sind die Frankfurter aber zunächst auf Abgänge angewiesen, um handlungsfähig zu sein. Aktuell dürften vor allem Rechtsverteidiger Danny da Costa, die Offensivspieler Aymen Barkok und Ajdin Hrustic mit ihrem Status als Ersatzspieler nicht zufrieden sein. Bei da Costa, der zuletzt von Glasner für starke Trainingsleistungen gelobt wurde, und Barkok laufen die Verträge im kommenden Sommer ohnehin aus. Möglicherweise kann die Eintracht mit einem Transfer im Winter noch eine kleine Ablöse für beide generieren. Ähnliches gilt für Defensivspieler Stefan Ilsanker, dessen Vertrag ebenfalls im Sommer ausläuft.

Hasebe-Nachfolger gesucht 

Wenn die Eintracht im Winter auch in Sachen Neuzugängen noch tätig wird, dann hat nach fussball.news-Informationen die Sechserposition gegenüber einem Strafraumstürmer Priorität. Obwohl Trainer Oliver Glasner zuletzt öffentlich kundtat, dass er dort keinen Bedarf sieht. Ein Ablenkungsmanöver? In den ersten Monaten der Findungsphase wurde deutlich, dass die Hessen vor allem im Spielaufbau von hinten heraus ihre Probleme haben. Das wurde zuletzt durch die Hereinnahme von Makoto Hasebe als Libero deutlich besser, doch der Japaner wird im Januar 38 Jahre alt und könnte in seine letzte Rückserie als Profi gehen. Diesem Szenario wollen die Verantwortlichen vorbeugen und im besten Fall schon einen Übergang gestalten mit einem spielstarken Sechser. Hinzu kommt auch die Verletzungsanfälligkeit von Kapitän Sebastian Rode, der aufgrund anhaltender Knieprobleme zuletzt für 90 Minuten nicht belastbar war. Hinter dem 31-Jährigen steht ein großes Fragezeichen. Am 24-jährigen Spanier Marc Roca (FC Bayern München) hat die Eintracht wohl Interesse. Dort ginge es aber wohl nur um eine halbjährige Leihe, ein Transfer auf Sicht wäre das nicht. 

Was passiert mit Lammers? 

Im Angriff sehen die Eintracht-Bosse allerdings auch noch Luft nach oben, wenn auch nicht den akutesten Bedarf. Vor allem Sam Lammers (Atalanta) enttäuschte bislang über weite Strecken, saß beim 2:1-Sieg gegen Union Berlin erstmals nur auf der Tribüne. Im Winter scheint sogar die Auflösung des Leihvertrags beim 24-jährigen Niederländer nicht ausgeschlossen, obgleich die sportliche Führung die Hoffnung auf die Trendwende noch nicht gänzlich aufgegeben hat. Erst bei einem Lammers-Abgang werden die Hessen aber wohl auf dieser Position tätig werden können, denn mit Ragnar Ache, Goncalo Paciencia und Rafael Borre stehen drei weitere Angreifer im Kader, mit denen die Verantwortlichen aktuell auch zufrieden sind. Ein Transfer von Randal Kolo Muani, um den sich weiterhin Gerüchte halten, könnte im Winter hingegen schwierig werden. Nachdem dessen Klub, der FC Nantes, die Eintracht im vergangenen Sommer noch verklagen wollte, könnten die Fronten verhärtet sein. Ohne einen Abgang im Sturm hat die Eintracht auch dort ohnehin nur bedingt Handlungsspielraum. Im Sommer sieht das dann wieder anders aus. 

Benjamin Heinrich  
30.11.2021