Sportvorstandsposten

Schweinsteiger als Bobic-Nachfolger? Das ist dran am Eintracht-Gerücht

Bastian Schweinsteiger im Scheinwerferlicht. Wird der TV-Experte jetzt Sportvorstand in Frankfurt? Foto: Imago

Fredi Bobic steht als Sportvorstand von Eintracht Frankfurt vor dem Absprung. Bastian Schweinsteiger wird nun als Nachfolger gehandelt. Klappt der Coup mit dem Weltmeister von 2014? fussball.news fasst die aktuellen Gedankenspiele der Eintracht-Führung zusammen.

Von der Eintracht berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Die Bild-Zeitung überraschte am Mittwoch die Eintracht-Fans mit einer aufsehenerregenden Nachricht: Bastian Schweinsteiger soll bei Eintracht Frankfurt ein Kandidat für die Nachfolge von Sportvorstand Fredi Bobic sein, der die Hessen zeitnah verlassen will. Nach fussball.news-Informationen wird im Umfeld der Eintracht ein Coup mit dem Weltmeister von 2014, der den Großteil seiner Profikarriere beim FC Bayern München verbracht hat, allerdings derzeit für unwahrscheinlich gehalten. Einige Namen und Profile werden intern diskutiert, nach Informationen von fussball.news ergeben sich dabei drei Tendenzen in der Nachfolgersuche, die vom Aufsichtsrat der Hessen geleitet wird.

Tendenz 1: "Typ Rangnick" soll es nicht sein

Die Struktur von Eintracht Frankfurt ist weiterhin darauf ausgerichtet, dass mehrere Persönlichkeiten große Verantwortung für den Klub tragen. Der derzeit vereinslose Ralf Rangnick, der laut Medienberichten zunächst auch ein Kandidat in Frankfurt gewesen sein soll, wird bei der Eintracht sehr geschätzt. Allerdings gilt Rangnick als eine Führungspersönlichkeit, die bei einem Vereien zahlreiche Kompetenzbereiche für sich in Anspruch nimmt und quasi jeden Stein umdreht. Die Eintracht ist allerdings sehr stabil aufgestellt und sieht derzeit in einem Sportvorstand, der sehr viel Macht und Entscheidungsgewalt auf sich zentrieren will, nicht das passende Profil.

Tendenz 2: Ein Novize ist durchaus möglich

Jene Strukturen bei der Eintracht, die in den vergangenen Jahren natürlich gewachsen sind und Macht und Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen, machen es hingegen auch möglich, dass ein Novize den Zuschlag als Sportvorstand erhält. Vielerorts geht man davon aus, dass die Eintracht-Verantwortlichen einen großen und erfahrenen Namen verpflichten, was mit Blick auf die mögliche Champions League-Qualifikation und den dauerhaften Angriff auf die Top 4 der Bundesliga ein berechtigter Gedanke ist. Doch intern scheint ein Profil à la Schweinsteiger, der unter den Novizen mit seiner Erfahrung beim FC Bayern München und im DFB-Team die oberste Kategorie darstellt, nicht ausgeschlossen. Wichtig ist vor allem, dass "der Neue" sich als Teamplayer erweist, der sich in die vorhandenen Strukturen sehr gut einfügen kann. An der Seite der Vorstände Axel Hellmann (Marketing) und Oliver Frankenbach (Finanzen) und gemeinsam mit dem neuen Direktor Profifußball Ben Manga könnte dieser Novize durchaus schnell in seine neue Aufgabe hineinwachsen.

Tendenz 3: Überbrückungsjahr nicht ausgeschlossen

Einen Schnellschuss wird es bei der Eintracht allerdings nicht geben. Der Klub hat sich mittlerweile so weit entwickelt, dass nur ein Topkandidat am Ende den Zuschlag erhält. Die Sphären, in denen sich die Hessen mittlerweile bewegen, grenzen den Radius der Nachfolgersuche extrem ein. Sollten alle Topkandidaten, aus welchen Gründen auch immer, absagen, ist ein Überbrückungsjahr ohne Bobic-Nachfolger nach Informationen von fussball.news nicht ausgeschlossen. Mit Ben Manga bleibt ein erfolgreicher Kaderplaner an Bord, der mit Trainer Adi Hütter die sportlichen Geschicke des Vereins zeitweise lenken könnte. Der ganz große und akute Handlungsbedarf besteht nicht. Das wiederum könnte den Weg frei machen für einen Topkandidaten wie Ex-Kapitän Christoph Spycher, der in Frankfurt hohes Ansehen genießt, bei den Young Boys Bern erfolgreich als Sportchef arbeitet, sich aber öffentlich zu seinem Vertrag bis 2022 bei den Schweizern bekannt hat. 

Diese drei Grundtendenzen sind derzeit erkennbar. Wie sich die Praxis für die Eintracht darstellt, steht auf einem anderen Blatt und wird die Zukunft zeigen. Jonas Boldt, der beim Hamburger SV zwar noch unter Vertrag steht und zuletzt ein Statement pro HSV abgegeben hat, wäre einer Aufgabe in Frankfurt mit einem ruhigeren Umfeld und der sportlichen Perspektive womöglich nicht abgeneigt. Rouven Schröder, zuletzt beim FSV Mainz 05, wäre sofort verfügbar. Der Aufsichtsrat um den neuen Vorsitzenden Philip Holzer ist nun gefordert, die Bobic-Nachfolge zu regeln. Unter Zeitstress, so lassen die Eintracht-Bosse intern verlauten, fühlen sie sich nicht. Es kann also noch einige Zeit vergehen, bis die Eintracht einen neuen Sportvorstand vorstellt.

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Benjamin Heinrich  
18.03.2021

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