Ex-Bremer leidet mit

Schulz: Werder-Abstieg "spiegelt die Probleme der letzten Jahre wider"

Christian Schulz verbrachte mehr als ein Jahrzehnt bei Werder Bremen. Foto: Imago.
Christian Schulz verbrachte mehr als ein Jahrzehnt bei Werder Bremen. Foto: Imago.

Christian Schulz hat im Laufe seiner Karriere für Werder Bremen und Hannover 96 gespielt. An diesem Wochenende treffen beide Klubs in der 2. Bundesliga aufeinander. Den Abstieg von Bremen hielt der 38-Jährige für unmöglich, dieser sei jedoch die logische Konsequenz der letzten Jahre.

Von 1995 bis 2007 spielte Christian Schulz für Werder Bremen, anschließend wechselte der frühere Defensiv-Allrounder zu Hannover 96. Für die Niedersachsen war Schulz bis 2016 aktiv, nach zwei Jahren bei Sturm Graz schloss sich der 38-Jährige noch einmal der zweiten Mannschaft der 96er an, ehe er in diesem Jahr seine Karriere beendete.

Schulz: "Das tut schon weh"

Nach dem Abstieg im Jahr 2019 erleben die Hannoveraner ihre dritte Zweitligasaison in Folge, Werder ist hingegen erstmals nach 41 Jahren in die 2. Bundesliga abgestiegen. Für Schulz war dieses Szenario unvorstellbar: "Das tut schon weh. Ich hätte das nicht für möglich gehalten, spiegelt aber die Probleme beider Vereine in den letzten Jahren wider", sagte der Ex-Profi gegenüber der Bild-Zeitung.

"Das glückliche Händchen fehlte immer öfter"

Auf der einen Seite hätten die sportlichen Verantwortlichen beider Vereine Fehlentscheidungen getroffen, andererseits sind die Spieler unter ihren Möglichkeiten geblieben, sagte Schulz: "Es war ein schleichender Prozess, erst bei 96, dann bei Werder. Das glückliche Händchen fehlte immer öfter. Als langjähriger Profi sehe ich aber vor allem die Spieler in der Verantwortung. Für sie geht es um ihre Karrieren, aber sie haben es nicht hinbekommen."

"Wenn die Bremer ihr Potenzial abrufen, sind sie für mich absoluter Topfavorit"

Für Werder gelte es nun, auch in der 2. Bundesliga an jedem Wochenende mit höchster Konzentration in die Spiele zu gehen: "Wenn sie (die Spieler, d. Red.) denken, jetzt geht alles mit 20 Prozent weniger, dann werden sie böse Schiffbruch erleiden. Wenn man die 2. Liga nicht annimmt, kann man auch schnell durchgereicht werden", warnte Schulz, der dennoch von der Qualität des Kaders überzeugt ist: "Wenn die Bremer ihr Potenzial abrufen, das sie immer noch haben, dann sind sie für mich absoluter Topfavorit und gehen direkt wieder hoch."

Florian Bajus  
24.07.2021