FC Schalke 04

Medien: Schröder trat wegen Aufsichtsrat zurück

Schröder hat seinen Posten vorige Woche aufgegeben. Foto: Getty Images
Schröder hat seinen Posten vorige Woche aufgegeben. Foto: Getty Images

Der FC Schalke 04 hat vor einer Woche mit Rouven Schröder den 'Architekten' seiner Aufstiegsmannschaft verloren. Der Sportdirektor trat von seinem Posten zurück, seither wird über die Beweggründe viel spekuliert. Eine gewisse Erschöpfung nach intensiven Transferperioden beim klammen Revierklub soll nur ein Motiv des 47-Jährigen dargestellt haben.

Wie Sport Bild berichtet, ging es darüber hinaus nicht zuletzt um die gestörte Zusammenarbeit des Schalke-Machers mit dem Aufsichtsrat. Aus dem Kontrollgremium soll es in den vergangenen Wochen vermehrt Kritik an den Transfers von Schröder im Sommer gegeben haben, so das Magazin. Tatsächlich ist die Bilanz des Aufsteigers nach aktueller Lage der Dinge eher ernüchternd, mit Ausnahme von U21-Nationalspieler Tom Krauß hat sich bis dato kein Neuzugang als echte Verstärkung erweisen können. Kritik habe es aus dem Aufsichtsrat auch in Bezug auf Frank Kramer gegeben.

Wiederholt Ärger mit dem Kontrollgremium 

War die Verpflichtung des vorige Saison bei Arminia Bielefeld entlassenen Trainers an sich schon umstritten, sorgte im Kontrollgremium offenbar für Unverständnis, dass in dessen Vertrag auf Schalke gleich eine Abfindung von immerhin rund 450 000 Euro für den Fall einer vorzeitigen Beurlaubung festgeschrieben wurde. Regelrecht zum Eklat zwischen Sportdirektor und Aufsichtsrat sei es im Rahmen der Verpflichtung von Thomas Reis als Nachfolger für Kramer gekommen, schreibt das Magazin weiter.

Reis-Ablöse führte zum Bruch

Demnach habe Schröder mit Patrick Fabian, Sportgeschäftsführer beim VfL Bochum, die Ablöse für Thomas Reis ausgehandelt und dabei eine eigentlich ziemlich überzeugende Lösung gefunden: Maximal 300 000 Euro fließen für Reis, der 70 000 davon selbst zahlt. Eine absolut marktgerechte Summe und auch für das enge Schalke-Budget machbar, so die Einschätzung auch des Vorstands der Königsblauen. Im Aufsichtsrat aber sei davon ausgegangen worden, Reis werde nach der Beurlaubung in Bochum umsonst zu haben sein, in jedem Fall sei die von Schröder ausgehandelte Summe als zu hoch betrachtet worden. Als der Sportdirektor von dieser Haltung im Kontrollgremium Wind bekam, soll er selbst mit "blankem Unverständnis" reagiert haben. Dem Vorstand sei an dem Punkt klar gewesen, dass Schröder seinen Posten aufgeben würde, heißt es. Tatsächlich ließ sich der Fanliebling der Knappen in einer Krisensitzung Tags darauf nicht mehr umstimmen; Schalke gewann einen Trainer aber verlor seinen wichtigsten sportlichen Entscheider.

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Lars Pollmann  
02.11.2022