Historischer Erfolg

Scholl findet den Makel: "Zehn, 15 Minuten hat Bayern Glück gehabt"

Neuer hatte in der ersten Halbzeit durchaus zu tun. Foto: Rafael Marchante/Pool via Getty Images
Neuer hatte in der ersten Halbzeit durchaus zu tun. Foto: Rafael Marchante/Pool via Getty Images

Der FC Bayern hat am Freitagabend mit seinem 8:2-Sieg über den FC Barcelona wahrhaft historisches geleistet. Noch in Jahrzehnten wird man sich an die Demontage des Weltvereins erinnern. Dabei wird wohl in Vergessenheit geraten, dass Barca in den ersten 20 Minuten durchaus Chancen hatte, der Partie eine ganz andere Wendung zu geben. Mehmet Scholl findet darin den einzigen Makel für die Münchner.

"Es gab insgesamt ein Ding, das mir bei Bayern nicht so gut gefallen hat. Das wurde in der Pause ein Stück weit verändert. Alles andere war überragend", analysiert der langjährige Bayern-Profi gegenüber der Bild-Zeitung. Der Rekordmeister habe zu übermütig auf Ballverluste reagiert, so Scholl. Er habe das Gefühl bekommen, die ganze Mannschaft habe sich regelrecht auf den Moment gefreut, in dem sie dem Spielgerät hoch auf dem Feld hinterherjagen kann. "Die Viererkette stand an der Mittellinie, der Raum hinter der Abwehr war dann nicht mehr zu verteidigen. Da hatten sie zehn, 15 Minuten ein bisschen Glück."

"Die haben nicht gewackelt"

In dieser Phase nach dem Ausgleich durch das Eigentor von David Alaba hätte Barca durchaus in Führung gehen können. Schwer zu sagen, ob dies dem FC Bayern einen Knacks versetzt hätte. Scholl würde davon wohl eher nicht ausgehen. So sehr imponierte ihm die Haltung der Münchner nach dem Missgeschick von Alaba. "Die Mannschaftsstruktur war so gefestigt, die haben nicht gewackelt", so der Ex-Nationalspieler. Auch in den Augen der Spieler habe er keine Enttäuschung sehen können. Eher einen Trotz: "'Ändert ja nichts, dann fangen wir halt wieder bei 0:0 an.'"

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Lars Pollmann  
15.08.2020