Sportchef mit Schalke in tiefer Krise

Schneider: "Ich übernehme 100 Prozent Verantwortung"

Schneider ist seit März 2019 auf Schalke. Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images
Schneider ist seit März 2019 auf Schalke. Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images

Der FC Schalke 04 präsentiert sich im frühen Herbst des Jahres 2020 als Krisenklub. Die sportliche Talfahrt mit 19 Bundesliga-Spielen ohne Sieg geht einher mit einer schweren wirtschaftlichen Angeschlagenheit. Jochen Schneider ist um seinen Posten wahrlich nicht zu beneiden.

"Ich übernehme 100 Prozent Verantwortung, einer muss am Ende den Hut aufhaben und das bin ich", sagt der Sportvorstand gegenüber dem TV-Sender Sky. Um Mitleid wirbt der 50-Jährige nicht, obwohl er vor rund eineinhalb Jahren unter anderen Vorzeichen auf Schalke anheuerte. Seither stolperte Klubchef Clemens Tönnies erst über einen Rassismus-Skandal, dann über eine Corona-Episode in seinem Fleisch-Imperium. Die Pandemie hat die ohnehin schwere wirtschaftliche Lage weiter verschärft.

"Einnahmen fehlen, Ausgaben sind aber noch da"

"Wenn ich die Situation zu kritisch gesehen hätte, hätte ich nicht herkommen dürfen", sagt Schneider. Er habe seinerzeit vielmehr die Chancen gesehen, muss nun aber zugeben, dass sich "die Dinge anders entwickelt haben". Dabei sei vor allem der sportliche Trend "fatal, der uns verfolgt". Hinzu kommen Altlasten, die er nicht zu verschulden hat, mit denen Schneider aber umgehen muss. "Schalke 04 hat sich dreimal nicht für einen UEFA-Wettbewerb qualifiziert. Die Einnahmen fehlen also, die Ausgaben sind aber nach wie vor da."

"Geht mir sehr nahe"

Teure Reservisten beschränken die Handlungsfähigkeit der Knappen auf dem Transfermarkt, auf dem bis Montagabend wohl nur etwas passiert, wenn für einen Profi ein nicht auszuschlagendes Angebot eingeht. Schneider wähnt Schalke nicht auf dem "Drivers Seat", was mögliche Deals angeht. Grundsätzlich ist der Sportchef weiter gewillt, den stolzen Traditionsklub aus der Krise zu führen. Spurlos geht sie aber auch an ihm nicht vorbei. "Die Situation geht mir sehr nahe, Schalke ist so ein großer Verein. Ich würde lügen, wenn ich sage, es geht mir nicht nahe."

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Lars Pollmann  
04.10.2020