Mainzer Sportdirektor

Schmidt: "Müssen niemanden verkaufen, um zu überleben"

Der Mainzer Sportdirektor Martin Schmidt blickt optimistisch in die Zukunft. Foto: Imago

Der FSV Mainz 05 hat mit einer spektakulären Aufholjagd den Klassenerhalt in der Bundesliga geschafft. Für Sportdirektor Martin Schmidt und Trainer Bo Svensson beginnt nun die Kaderplanung für die kommende Saison. 

Klare Ansage vom Mainzer Sportdirektor Martin Schmidt vor dem letzten Bundesligaspiel beim VfL Wolfsburg am Samstag (15:30 Uhr) mit Blick auf den kommenden Transfersommer: "Der Verein steht gut da und konnte die coronabedingte Zeit unter den Umständen relativ gut verarbeiten. Wir müssen niemanden verkaufen, um zu überleben. Wir können den Kader so zusammenhalten und trotzdem Schritte gehen." Die Kaderplanung für die kommende Saison wird der FSV Mainz 05 dennoch mit Bedacht angehen: "Es gibt momentan keinen Verein, der auf der Bank eine Festgeldsumme hat und sagt, die können wir raushauen und willkürlich Spieler holen. Aber wir können ganz normal an die Planung rangehen."

Vor der Planungssicherheit waren "Gespräche schwierig"

Diese nimmt nun nach dem feststehenden Klassenerhalt Fahrt auf. Richtiger Urlaub sei für Vorstand Christian Heidel und Schmidt in diesem Sommer nicht drin. Und auch Erfolgscoach Bo Svensson solle stets erreichbar sein. "Wir haben jetzt seit fünf, sechs Tagen Planungssicherheit. Davor waren Gespräche sehr schwierig", erklärte Schmidt, der ankündigte: "Der Fakt ist jetzt da, jetzt werden wir natürlich peu á peu alles aufarbeiten und Gespräche führen. Intern haben wir einen Plan, wie das aussehen soll und wird. Davor die Monate hatten wir keine Sicherheit. So kommt man nicht in Gespräche." Will heißen: Mehr als Erstkontakte hat es in den letzten Monaten nicht gegeben. Das wird sich nun ändern.

Schmidt plant mit Meier und Nemeth

Dabei können die Rheinhessen in jedem Fall auf zwei Rückkehrer setzen. Jonathan Meier kommt nach Leihe zurück von Dynamo Dresden: "Er wird beim Trainingsstark ganz normal dabei sein." Der Außenverteidiger war mit den Sachsen in die 2. Bundesliga aufgestiegen und kommt mit ebenso viel Rückenwind zurück nach Mainz wie auch Youngster David Nemeth nach seiner Leihe, der sich in Österreich bei Sturm Graz durchgesetzt hat: "Er wird auch zum Kader gehören. Dann werden wir sehen, wie weit er ist. Wir freuen uns auf beide. Sie kommen mit einem guten Flow zurück. Sie werden unseren Kader bereichern." Bei Linksverteidiger Aaron Martin, der an Celta Vigo ausgeliehen ist, ist der Stand ein anderer: "Er ist im Moment noch in der Liga mit dabei. Die Leihe endet dann, danach werden wir uns auf Gespräche treffen und schauen, wie wir das weiter gestalten wollen." Ein dauerhafter Abgang könnte anstehen. Bei den ausgeliehenen Danny da Costa und Dominik Kohr (beide Eintracht Frankfurt) ist auch noch keine Entscheidung über einen Verbleib gefallen. Erste Gespräche stehen an.

"Als Braut etwas hübscher"

So oder so ist sich Schmidt sicher, dass er für die kommende Saison eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen kann. Der 54-Jährige, früher Trainer der Mainzer, war im Dezember des vergangenen Jahres als Sportdirektor zum FSV zurückgekehrt, hat gemeinsam mit dem ebenfalls zurückgekehrten Christian Heidel und Trainer Bo Svensson eine Rückrunde mit 29 Punkten und dem Klassenerhalt als Krönung eingeleitet. Die Entwicklung der 05er soll nun weitergehen: "Wir wollen schnellstmöglich dem Bo eine Topmannschaft hinstellen. Als Braut sind wir etwas hübscher als wir an Weihnachten waren. Da sind Spieler sicher motiviert zu Mainz 05 kommen. Wir wollen Spieler, die hungrig sind, Lust und Bock auf Mainz 05 haben."

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Benjamin Heinrich  
20.05.2021