BVB gewinnt wilden Ritt

Schlotterbeck: "Qualität vorne und keine Qualität hinten"

Schlotterbeck hatte nicht nur Grund zum Jubeln. Foto: Getty Images
Schlotterbeck hatte nicht nur Grund zum Jubeln. Foto: Getty Images

Borussia Dortmund hat zum Auftakt ins Fußballjahr 2023 nach wilden 90 Minuten einen knappen 4:3-Heimsieg gegen den FC Augsburg erzielt. Die Schwarzgelben zeigten wie so oft in der laufenden Saison viele Momente großer Klasse, aber wenig Stabilität und Konsequenz im mannschaftlichen Arbeiten. Nico Schlotterbeck stand dafür geradezu sinnbildlich.

Der Abwehrmann hatte seine Aktien an zwei Gegentoren, traf aber auch selbst (42.) und leitete den Siegtreffer durch Gio Reyna (80.) mit einem herrlichen Flugball ein. Auf die Frage nach einer Erklärung für diese Imbalance am Sonntagnachmittag führt der WM-Fahrer am Mikrofon des Streamingdiensts DAZN "Individuelle Fehler auf beiden Seiten bei den Gegentoren, aber auch Qualität bei den Stürmern" an: "Qualität vorne und keine Qualität hinten, so kann man es eigentlich sagen", meint Schlotterbeck.

"Weiß nicht, ob ich mich riesig freuen soll"

Sich selbst kann der Linksfuß dabei nicht herausnehmen, stattdessen räumt der Sommer-Einkauf ein, in manchen Situationen "zu leichtfertig" gespielt zu haben. Am Ende stehen drei Punkte, aber auch viele Fragezeichen über dem BVB. "Das Spiel heute zu erklären, ist sehr schwer. Ich weiß nicht, ob ich mich riesig freuen soll, oder ich eher traurig sein soll, dass wir drei Dinger kassieren", sagt Schlotterbeck. Gemessen am Spielverlauf war der Sieg für den BVB letztlich sogar glücklich, weil der FCA nach der Halbzeitpause wenigstens ebenbürtig war.

"Wir waren ein bisschen ungläubig"

In den ersten 45 Minuten war Dortmund klar überlegen, riss sich aber wie so oft mit den angesprochenen Fehlern alles selbst wieder ein. "Wir waren ein bisschen ungläubig", beschreibt Schlotterbeck die Haltung in der Kabine. "Jude Bellingham hat ein Weltklassespiel gemacht und wir hatten komplett die Kontrolle. Und dann gehst du irgendwie mit 2:2 in die Kabine und kannst es nicht richtig fassen." Bei Borussia Dortmund gehört das in der Saison 2022/23 aber offensichtlich auch einfach dazu.

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Lars Pollmann  
22.01.2023