Bayern vs. Darmstadt

Schiri zu Rot-Rekord: "Kann das jetzt wirklich wahr sein?"

Petersen musste drei Feldverweise aussprechen. Foto: Getty Images
Petersen musste drei Feldverweise aussprechen. Foto: Getty Images

Das 8:0 des FC Bayern über den SV Darmstadt hat für einen neuen Bundesliga-Rekord gesorgt. Nie zuvor gab es drei Platzverweise noch vor dem Pausenpfiff. Martin Petersen stand unweigerlich im Mittelpunkt, die Entscheidungen seines Schiedsrichtergespanns waren letztlich aber korrekt. Auch für den Referee war es eine ganz besondere Partie.

Warum Kimmich Rot sehen musste

Drei Profis betätigten am Samstagnachmittag in München die Notbremse und wurden richtigerweise mit der Roten Karte vorzeitig zum Duschen geschickt. Den Auftakt machte dabei Joshua Kimmich nach gerade einmal drei Minuten. Der Nationalspieler vertändelte den Ball und riss Gegenspieler Marvin Mehlem um. "Ich habe ein mehrfaches Halten ausgemacht. Nach kurzer Bedenkzeit war dann auch klar, dass es eine Rote Karte sein muss. Der Spieler kann seine Aktion nicht sauber ausführen, somit wird eine klare Torchance verhindert", erklärt Petersen am Sonntag beim TV-Sender Sport1 (Zitat via kicker.de).

Mit Kimmich "überhaupt keinen Austausch"

Die Entscheidung war derart unstrittig, dass Kimmich sie offenbar wortlos akzeptierte. "Wir hatten tatsächlich überhaupt keinen Austausch", berichtet Petersen. Der Bayern-Profi hätte übrigens auch Rot gesehen, wenn das Foul im Strafraum erfolgt wäre, da es nicht ballorientiert war. Anders wäre es bei Klaus Gjasula gewesen, der die Unterzahl der Münchner beendete. Nach Rot für Matej Maglica spielten zehn Bayern gegen neun Lilien (41.). "Da kommt man natürlich schon ins Stutzen. Kann es jetzt wirklich wahr sein, dass ich eine dritte Rote Karte zeigen muss?", gibt Petersen seinen Gedankengang wieder.

"Kann es im ersten Moment gar nicht fassen"

"Ich kann es im ersten Moment gar nicht fassen, warte noch mal kurz, lass es noch mal auf mich wirken und zeige dann erst die Rote Karte", so der 38-Jährige. Der Videobeweis, der bei Gjasula den Tatort und damit die Farbe der Karte korrigiert hatte, war beim dritten Platzverweis keine Hilfe. "In der Situation war kurioserweise Totenstille, das hat mich noch mal zusätzlich verunsichert", erklärt Petersen. Für den Unparteiischen war es übrigens nicht die erste Begegnung mit drei Platzverweisen in der laufenden Saison. In der 2. Bundesliga hatte er Ende August beim 2:1 des 1.FC Nürnberg gegen den SV Wehen Wiesbaden zweimal Gelb-Rot und einmal glatt Rot gezeigt.

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Lars Pollmann  
29.10.2023