Handspiel von Kabak?

Schiri Siebert erklärt: Darum bekam BVB keinen Elfer

Siebert entschied sich gegen einen Strafstoßpfiff. Foto: Getty Images
Siebert entschied sich gegen einen Strafstoßpfiff. Foto: Getty Images

Borussia Dortmund hat am Freitagabend mit einem 1:0-Sieg über die TSG Hoffenheim zumindest für eine Nacht die Tabellenführung in der Bundesliga erobert. Die Schwarzgelben mussten wegen des knappen Ergebnisses lange um die Punkte zittern. Die eigene Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig. Und dann war da noch eine Szene, bei der Daniel Siebert dem BVB einen für viele Beobachter klaren Elfmeter verweigerte.

Ozan Kabak blockte eine Flanke von Marius Wolf nach einer guten halben Stunde mit dem Arm. Die Distanz zwischen dem Flankengeber und dem TSG-Verteidiger war gering, dennoch war eine eindeutige Bewegung des Arms zu erkennen. Schiedsrichter Siebert pfiff nicht auf Strafstoß und wurde von einem Video-Check auch nicht dazu animiert, sich die Szene am Bildschirm nochmals anzuschauen. "Im Spiel hatte ich gute Sicht, es ist eine Szene, die für den Schiedsrichter erwartbar ist. Der Spieler Kabak hat die Hand auf dem Rücken und tut eigentlich alles, um ein Handspiel zu verhindern. Dann geht die Hand ein bisschen raus, er will die Position lösen. Für mich auf dem Feld war die Handposition nicht strafbar", erläuterte Siebert nach dem Spiel (Zitat via Sport1).

"Wenn man mir einen Fehler unterstellen will ..."

Das "Hauptkriterium" für Siebert sei dabei gewesen, dass der Arm von Kabak nicht weit vom Körper gestreckt gewesen sei und die Szene insgesamt Teil einer gewöhnlichen Bewegung des Abwehrspielers gewesen sei. "Wenn man mir etwas böses oder einen Fehler unterstellen will, sagt man: Ja, die Hand geht in die Flugbahn. Ich habe es eher so gesehen, dass der Spieler die Position lösen wollte um sich fortzubewegen, dabei nimmt er die Hände zur Seite. Aber nicht so strafbar, dass ich auf Elfmeter entscheide." Der Berliner Unparteiische betont dabei, dass auch eine andere Entscheidung nicht vom VAR einkassiert worden wäre, weil sich Argumente für beide Seiten finden ließen.

"Ich würde hier genauso stehen"

"Man braucht nicht denken, wenn ich den Elfmeter heute gegeben hätte, dass wir nicht hier stehen würden. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, wenn ich die Interviews von Hoffenheim mitbekomme, dass die sich darüber beschwert hätten", so Siebert. Schließlich sei die Streckung des Arms nicht sonderlich eklatant gewesen und die Szene auch nicht über Schulterhöhe abgelaufen. "Ich würde hier genauso stehen und müsste den Pfiff verteidigen. Es ist eine undankbare Situation", so der FIFA-Referee. Letzten Endes wurde es zur Randnotiz, weil der BVB einen verdienten Heimsieg einfuhr.

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Lars Pollmann  
03.09.2022