Streit um die TV-Vermarktungserlöse

Schippers warnt: Top-Klubs werden Richtung Superliga getrieben

Dortmund und Bayern sind die großen Zugpferde der Bundesliga in Sachen Vermarktung. Foto: LEON KUEGELER/POOL/AFP via Getty Images
Dortmund und Bayern sind die großen Zugpferde der Bundesliga in Sachen Vermarktung. Foto: LEON KUEGELER/POOL/AFP via Getty Images

Der Streit in der Bundesliga über eine faire Verteilung der Einnahmen aus der TV-Vermarktung sorgt dieser Tage für immer mehr Wirbel. Es bilden sich zwei Faktionen, die unterschiedliche Interessen vertreten. Stephan Schippers von Borussia Mönchengladbach spricht eine Warnung aus. 

"Natürlich spielt da das Thema Superliga mit rein: Je mehr man national alles gleichmachen will, desto mehr treibt man die Topklubs, die sich eigentlich eindeutig zur Bundesliga bekennen, in diese Richtung", so der Geschäftsführer der Fohlen gegenüber Sport Bild. Adressat seiner Warnung ist die Gruppierung um kleinere Erstligisten und viele Zweitligisten, die eine Umverteilung zuungunsten der Spitze erwirken wollen.

"Von Bayern und Dortmund profitieren alle"

Die Spitzenklubs wiederum verweisen darauf, dass sie als "Zugpferde" für einen Großteil der Einnahmen verantwortlich seien. Auch Schippers nutzt diese Formulierung. "Seit Jahren sind die Bayern und Dortmund die großen Zugpferde, national und international. Davon profitieren alle", so das Mitglied des Aufsichtsrats der DFL. Beide Klubs bekennen sich zur zentralen Vermarktung der TV-Erlöse.

Drohkulisse Superliga

"Wenn wir eine Einzelvermarktung hätten, würden mindestens drei Viertel der 36 Vereine nur einen Bruchteil von dem kassieren, was sie aktuell bekommen", erklärt Schippers.  Entsprechend müssen die Interessen der Bundesliga-Spitzenklubs Berücksichtigung finden. Sonst gibt es schließlich die Drohkulisse der Superliga, die die nationalen Wettbewerbe dauerhaft in den Schatten stellen könnte. Karl-Heinz Rummenigge und Hans-Joachim Watzke haben eine Beteiligung des FC Bayern und BVB bisher kategorisch ausgeschlossen.

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Lars Pollmann  
10.11.2020