Neuer S04-Coach

"Gibt rote Linie!": Schalke-Bosse verurteilen Kramer-Bashing

Schröder, Kramer und Knäbel (v.l.) fordern Geschlossenheit. Foto: Getty
Schröder, Kramer und Knäbel (v.l.) fordern Geschlossenheit. Foto: Getty

Schalke 04 hat am Dienstag seinen neuen Trainer Frank Kramer vorgestellt. Als die Personalie Kramer bereits zwei Tage zuvor in der Öffentlichkeit durchgesickert war, folgten zahlreichen negative Kommentare in den sozialen Medien. Die Schalker Bosse Peter Knäbel und Rouven Schröder stellten sich nun schützend vor Frank Kramer.

Frank Kramer stieg mit Greuther Fürth aus der Bundesliga ab - und nicht wieder auf. Nach einer Zwischenstation als U18-Nationaltrainer übernahm er Arminia Bielefeld während der Saison 2020/21 und führte das Team zum Klassenerhalt. 2021/22 konnte er sich in Bielefeld nicht halten und wurde vorzeitig entlassen. Nun soll Kramer mit Bundesliga-Aufsteiger Schalke 04 einen Neuanfang wagen. Dabei kennt er die Schalker Verantwortlichen wie Rouven Schröder (Sportdirektor), Mike Büskens (Co-Trainer) und Gerald Asamoah (Leiter Lizenzbereich) aus gemeinsamen Zeiten in Fürth. Untereinander gibt es bei den Schalker Funktionären, inklusive Schalke-Sportvorstand Peter Knäbel, großes Vertrauen - die Schalker Fanbasis wirkt dagegen verärgert über den vermeintlichen "No-Name-Trainer" Frank Kramer. Was in den sozialen Medien über Kramer zu lesen war? - teilweise gar nicht zitierfähig.

"Ab heute ist Kramer Schalker"

Deshalb machten die Schalker Bosse nun ihren Fans klare Ansagen. Peter Knäbel hielt auf der Pressekonferenz am Dienstag ein leidenschaftliches Plädoyer für den Coach und die Schalker Gemeinschaft: "Ab heute ist Frank Kramer Schalker. Ich rufe alle Schalker auf, mit Schalkern so umzugehen, wie sie von ihren Vereinskameraden sich wünschen würden, behandelt zu werden. Ich finde, auch da gibt es eine rote Linie. Wir müssen für diese rote Linie kämpfen!"

Knäbel betonte, die User mit beleidigenden Kommentaren seien nur eine Minderheit, weshalb es viel wichtiger sei, "mit Überzeugung unseren Weg weiterzugehen". Dennoch könne Schalke nicht vor den "Realitäten davonlaufen", Schalke habe mit dem Abstieg aus der Bundesliga 2020/21 einen massiven Absturz erlitten. Dieser sei zwar in nur einem Jahr wettgemacht worden, dennoch dürfe sich nun niemand dazu verleiten lassen, "dass wir jetzt in die höchsten Höhen steigen in unseren Erwartungen." Natürlich sei Schalke 04 ambitioniert, dennoch bedürfe es einer realistischen Einschätzung.

Schröder: Vorverurteilung ist ein gesamtgesellschaftliches Problem

Sportdirektor Rouven Schröder beklagte, dass das Bashing gegen Kramer keine für Schalke typische Angelegenheit sei. "Dass heutzutage Menschen schnell vorverurteilt werden, das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem", betonte Schröder und versicherte: "Wir bleiben aber bei unserer Überzeugung."

Frank Kramer selbst betonte, dass ihn die erste Kritikwelle nicht ärgere, sondern "sie spornt mich an". Er wolle nun gemeinsam mit dem Schalker Team die Herausforderung anpacken - oberstes Ziel, das betonten alle Beteiligten unisono, sei es, mit Schalke den Klassenerhalt zu erreichen.

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Daniel Michel  
07.06.2022