Triplesieger scheiterte auf Schalke

Peters erinnert: Assauer redete Heynckes ständig in die Aufstellung rein

HEYNCKES UND ASSAUER HATTEN WOHL NICHT DAS BESTE VERHÄLTNIS. FOTO: IMAGO
HEYNCKES UND ASSAUER HATTEN WOHL NICHT DAS BESTE VERHÄLTNIS. FOTO: IMAGO

Jupp Heynckes hat seine Trainerkarriere als einer der erfolgreichsten Coaches in Deutschland beendet. Mit dem Triple-Sieg im Jahr 2013 hat er sich nicht beim FC Bayern ein ewiges Denkmal errichtet. Dabei gerät in Vergessenheit, dass der einstige Torjäger als Trainer auch an manchen Stationen gescheitert ist. So auch beim FC Schalke 04. Peter Peters erinnert.

Der heute 75-jährige Heynckes kehrte 2003 aus Spanien in die Bundesliga zurück. Nach Stationen bei Real Madrid, wo er erstmals die Champions League gewann, Benfica in Portugal und Athletic Bilbao glaubte der S04, einen Coup gelandet zu haben. Der damalige Manager Rudi Assauer klopfte sich gehörig auf die Schulter. "Wir haben den Trainer verpflichtet, der von Anfang an erste Wahl für uns gewesen ist", zitierte ihn seinerzeit etwa die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Als Fußballlehrer, nicht zuletzt aber auch als Coach mit strenger Disziplin sei Heynckes genau das, was Schalke braucht, darin waren sich alle einig. 

„Chemie hat nicht gestimmt“

Jedoch hielt die Flitterwochen-Phase nicht lange. Zwar schafften die Königsblauen den Einzug in den UEFA-Pokal über den UI-Cup, doch in der Bundesliga blieb das Team dauerhaft hinter den Erwartungen zurück. Laut Peters spielte wohl auch das Binnenverhältnis zwischen Assauer und Heynckes eine entscheidende, und negative, Rolle. "Die Chemie zwischen beiden hat nicht gestimmt, was darin gipfelte, dass Assauer dem Trainer ständig gesagt hat, wen er aufzustellen hat", sagt der zuletzt ausgeschiedene Finanzchef gegenüber der WAZ. "Das war ein Riesenfehler, das hat Schalke sehr weh getan."

„Selten gewordene Integrität“

Letztlich hielt sich Heynckes in seiner zweiten Saison nur vier Spieltage, hatte den S04 zuvor aber immerhin erneut erfolgreich über den UI-Cup für den Europapokal qualifiziert. Assauer nahm einen schwachen Saisonstart in der Bundesliga zum Anlass, einen wohl nicht mehr sonderlich geliebten Trainer aus dem Weg zu schaffen. Öffentlich ließ er sich freilich nichts anmerken und lobte Heynckes gegenüber dem Spiegel "als Mensch von einer im Fußballgeschäft selten gewordenen Integrität". Der Trainer heuerte erst 2006 wieder bei einem Klub an, hielt sich aber auch bei Borussia Mönchengladbach nicht lange. Erst ein Intermezzo als Interimscoach beim FC Bayern brachte seine Karriere auf der Trainerbank wieder in Schwung.

Profile picture for user Lars Pollmann
Lars Pollmann  
22.07.2020