Trainer denkt an Abschied

Streich: "Vielleicht wäre der Umzug der richtige Zeitpunkt gewesen"

Hat Streich den perfekten Abschied verpasst? Foto: Sascha Steinbach/Pool via Getty Images
Hat Streich den perfekten Abschied verpasst? Foto: Sascha Steinbach/Pool via Getty Images

Christian Streich ist mit weitem Abstand der dienstälteste Trainer in der Bundesliga. Seit achteinhalb Jahren coacht der 55-Jährige den SC Freiburg. Gerade erst hat er eine starke Saison ohne jede Abstiegssorgen hinter sich gebracht. Dennoch denkt er an seinen Abschied.

"Es ist heutzutage in der Bundesliga ungewöhnlich, so lange eine Mannschaft zu trainieren. Die Frage ist: Schaffst du es zu gehen mit Freude im Herzen? Ich möchte so gehen, dass man sich hinterher noch gerne sieht", sagt Streich gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Es ist schwer vorstellbar, dass der Erfolgstrainer die Breisgauer irgendwann im Streit verlässt. Er kann sich wahrscheinlich selbst aussuchen, wann sich die Wege trennen. "Vielleicht wäre der Umzug des SC in ein neues Stadion der richtige Zeitpunkt gewesen", sinniert Streich. Der Umzug in die moderne Heimspielstätte hätte zur neuen Saison stattfinden sollen, wegen der Coronakrise dürfte er nun im Winter erfolgen. 

"Auf dem Kickplatz und nicht im Steinbruch"

"An wichtigen Stellen im Verein braucht es Kontinuität, Leute, die sich vertrauen. Aber der Verein braucht auch immer wieder frische Leute, sonst verstaubt er", meint Streich. Neben dem Übungsleiter sind auch andere Führungskräfte in Freiburg seit Jahren im Amt. Oliver Leki als Finanzchef und Jochen Saier als Sportvorstand seit 2014, Sportdirektor Klemens Hartenbach sogar ein Jahr länger. In der Bundesliga ist soviel personeller Stillstand außergewöhnlich. Streich will seinen Posten letztlich doch nicht allzu bald freimachen. "Ich bin ja noch nicht so alt, ich möchte gerne noch ein wenig weitermachen. Ich arbeite auf dem Kickplatz und nicht in einem Steinbruch."

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Lars Pollmann  
24.07.2020