Neue Akademie

Nach Kooperation mit Kahn: Saudi Arabien will weitere Experten aus Deutschland

Oliver Kahn wurde mit dem FC Bayern 2001 Champions-League-Sieger.
Oliver Kahn wurde mit dem FC Bayern 2001 Champions-League-Sieger. Foto: Getty

Das Königreich Saudi Arabien hat eine Sportakademie eröffnet, die ähnlich wie die „Aspire Academy“ in Katar große Ziele verfolgt. Um die heimischen Sport-Talente auf Weltklasse-Niveau zu bringen, soll auch deutsche Fußball- und Trainer-Expertise ins Land geholt werden – so wie 2017 mit Oliver Kahn, nunmehr designierter Vorstandschef des FC Bayern.

Von Christian Bernhard

Die „Mahd Sports Academy“ in der Hauptstadt Riad soll jungen Sportlerinnen und Sportlern in mehr als 20 Disziplinen modernste Trainingsbedingungen bieten. Saudi Arabiens Sportminister Prinz Abdulaziz bin Turki Al Faisal spricht von einem „traumhaften Schritt“. Ziel ist es, die „Mahd Sports Academy“ innerhalb eines Jahrzehntes zu einer der weltweit größten Sportakademien zu entwickeln.

Mourinho und Capello werben für die Akademie

Im Fokus steht dabei der Fußball. Große Namen wie Jose Mourinho, Edwin van der Sar oder Fabio Capello wurden bereits als Partner gewonnen – und der Blick geht auch nach Deutschland. Ähnlich wie vor der Weltmeisterschaft 2018, als Oliver Kahn, designierter Vorstandschef des FC Bayern, als Torwart-Ausbilder vom saudi-arabischen Fußballverband verpflichtet worden war. Das Sportministerium hatte damals betont, man wolle „eine Generation herausragender Fußballer in dieser populären Sportart ausbilden“. Kahns Kontakt zum Königreich hatte Ex-Rivale Jens Lehmann hergestellt, wie Lehmann 2018 in einem Bild-Interview verriet. Weil insbesondere die Zusammenarbeit mit Kahn, Gründer von "Goalplay", sehr gut verlief, schaut sich der Wüstenstaat bei der Suche nach einer Schlüsselfigur für die Akademie nun auch in Deutschland um. Noch gibt es keine gehandelten Namen, doch der Wunsch des Verbandes ist es, in jedem Fall auch deutsche Expertise hinzuzuholen.

Die Bedeutung des Sports steigt in Saudi Arabien demnach an, allerdings sollten Geschäftspartner und Testimonials des Königreichs bedenken: Die Organisation Amnesty International bewertet die Menschenrechtslage in Saudi Arabien als „katastrophal“.

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f.news  
10.10.2020