Groteske Züge der Gerüchteküche

Sancho-Wahnsinn: WhatsApp-Gruppen und Schweizer Quarantäne-Regeln

Die Gerüchteküche nimmt bei Sancho groteske Züge an. Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images
Die Gerüchteküche nimmt bei Sancho groteske Züge an. Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images

Die vielzitierte Deadline für einen Transfer von Jadon Sancho zu Manchester United läuft am Montag ab. Fliegt der Engländer mit Borussia Dortmund ins Trainingslager nach Bad Ragaz, ist ein Deal seitens des BVB weitgehend ausgeschlossen. In der Gerüchteküche brodelt es weiter heftigst. Mit bisweilen grotesken Zügen.

Auf der Suche nach Brotkrumen, die den mit jeder Stunde weniger wahrscheinlich werdenden Transfer doch noch am Leben halten können, halten sich Fans von ManUnited und auch so mancher Medienvertreter an jedem Strohhalm fest. Da wird schnell zu einer Sensation, dass Sancho angeblich Mitglied in einer WhatsApp-Gruppe von Profis der Red Devils sein soll. Diese bahnbrechende Enthüllung stammt aus dem Transfer Window Podcast, der unter anderem vom Journalisten Duncan Castles betrieben wird. Der rühmt sich für seine Nähe zum Klub, bei gegnerischen Fans gilt er als 'Fanboy'. 

Ballerspiele mit Rashford

Mit wem Sancho am Handy chattet dürfte freilich keinen sonderlich großen Einfluss darauf haben, ob Manchester United 120 Millionen Euro für einen Spieler investiert. Auch wenn der 20-Jährige regelmäßig ein Ballerspiel mit Stürmer Marcus Rashford spielen soll, wie Jesse Lingard mitteilte, was manchen englischen Medien jüngst auch schon eine eigene Schlagzeile wert war. Sancho kennt so manchen Kollegen aus der Nationalmannschaft und sicher auch von früher, spielte er doch bis zum Wechsel nach Dortmund für Manchester City.

Stippvisite in der Heimat

Dennoch ist in diesen wirren Zeiten des Transfermarkts jeder noch so kleine Schnipsel an Neuigkeiten für manche Fans beider Klubs ein untrügliches Zeichen in die eine oder andere Richtung. So war am Samstagabend auch die Aufregung groß, als in den sozialen Medien ein Video auftauchte, das Sancho bei einem Heimatbesuch auf der Insel zeigt. Er besucht dabei eine Haus-Party des britischen Hip-Hop-Duos Krept and Konan. 'Sancho zurück in England, der Deal ist durch!', hallte es wahlweise auf Deutsch und Englisch durch das Netz.

Keine Quarantäne-Pflicht in der Schweiz

Vermeintlich findige User hatten dabei die kugelsichere Logik entworfen, Sancho könne nach einem Abstecher in die Heimat auf keinen Fall mit ins Trainingslager fahren, weil er in der Schweiz erst in eine zehntägige Quarantäne müsse. Im Zeitalter der Desinformation ist wohl zuviel verlangt, dass sich Fans einer kurzen Suche im Internet bedienen. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit führt eine Liste aller Einreiseländer, bei denen eine zehntägige Quarantäne-Pflicht besteht. Großbritannien fehlt darauf ebenso wie Deutschland. Sancho muss also keineswegs in Quarantäne. Sein Abstecher für eine Party ist also keineswegs ein untrügliches Zeichen für einen Transfer.

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Lars Pollmann  
09.08.2020