Vergab einen Elfmeter

Sancho meldet sich nach EURO-Scheitern: "Schlimmste Gefühl seit langem"

Sancho avancierte im EM-Finale zum Pechvogel.
Sancho avancierte im EM-Finale zum Pechvogel. Foto: Imago

Die englische Nationalmannschaft träumte vom EURO-Titel, musste sich im Endspiel jedoch im Elfmeterschießen gegen Italien geschlagen geben. Einen von drei verschossenen Elfmetern vergab Jadon Sancho. Der Offensivspieler, den es von Borussia Dortmund zu Manchester United ziehen wird, meldet sich seither erstmals zu Wort.

Jadon Sancho hat nach seinem Elfmeter-Scheitern gegen Italien sein Schweigen gebrochen. Via Instagram hat sich der 21-jährige Angreifer emotional an seine Gemeinschaft gewendet.

Sein Statement im Wortlaut: "Ich hatte ein paar Tage Zeit, um über das Finale am Sonntag nachzudenken und spüre immer noch eine Mischung aus Emotionen. Ich möchte mich bei all meinen Teamkollegen, Trainerstab und vor allem den Fans, die ich im Stich gelassen habe, entschuldigen. Das ist bei weitem das schlimmste Gefühl, das ich seit langem gefühlt habe. Es ist schwer, das wahre Gefühl in Worte zu fassen, aber es gab so viel Positives aus diesem Turnier mitzunehmen, obwohl die Niederlage noch lange weh tun wird."

Und weiter: "Mein erster Gedanke, bevor ich in ein Fußballspiel gehe, ist immer: 'Wie kann ich meiner Mannschaft helfen? Wie soll ich helfen? Wie soll ich punkten? Wie schaffe ich Chancen? Und genau das wollte ich mit diesem Elfmeter machen, der Mannschaft helfen. Ich war bereit und selbstbewusst, es zu nehmen, das sind die Momente, von denen man als Kind träumt, deshalb spiele ich Fußball. Das sind die Drucksituationen, denen man als Fußballer ausgesetzt sein möchte. Ich habe schon auf Vereinsebene Elfmeter geschossen, ich habe sie unzählige Male sowohl für den Verein als auch für das Land trainiert, also habe ich meine Ecke gewählt, aber es sollte dieses Mal einfach nicht sein."

Seine Teamkollegen und er, so Sancho, "hatten alle die gleichen Ambitionen und Ziele. Wir wollten die Trophäe mit nach Hause nehmen. Dies war eines der angenehmsten Turniere, an denen ich in meiner bisherigen Karriere teilgenommen habe, die Zusammengehörigkeit des Teams war unübertroffen, eine echte Familie auf und neben dem Platz".

Rassismus-Attacke für Sancho "nichts Neues"

Ebenso äußerte sich der Flügelflitzer, den Borussia Dortmund für eine Sockelablöse in Höhe von 85 Millionen Euro an Manchester United abgibt, zu den rassistischen Anfeindungen gegen seine Person. Er "werde nicht so tun, als hätte ich den rassistischen Missbrauch nicht gesehen, den ich und meine Brüder Marcus und Bukayo nach dem Spiel erhalten haben, aber leider ist das nichts Neues". Deshalb appellierte er: "Als Gesellschaft müssen wir es besser machen und diese Menschen zur Rechenschaft ziehen. Hass wird nie gewinnen. An alle jungen Leute, die ähnliche Misshandlungen erlitten haben, haltet den Kopf hoch und verfolgt den Traum weiter. Ich bin stolz auf dieses englische Team und darauf, wie wir die ganze Nation in den für so viele schwierigen 18 Monaten vereint haben. So sehr wir das Turnier gewinnen wollten, werden wir in Zukunft auf dieser Erfahrung aufbauen und daraus lernen. Ich möchte mich ganz herzlich für all die positiven Nachrichten, die Liebe und Unterstützung bedanken, die das Negative bei weitem überwiegen. Es war wie immer eine Ehre, England zu repräsentieren und das Three Lions-Trikot zu tragen, und ich habe keinen Zweifel, dass wir noch stärker zurückkommen werden! Bleiben Sie gesund und bis bald."  

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Adrian Kuehnel  
14.07.2021