Nach Platz fünf

Saisonfazit: Die 5 Lehren für Eintracht Frankfurt

Die Eintracht hatte in der vergangenen Saison viel Grund zum Jubeln. Foto: Imago

Eintracht Frankfurt hat die Saison in der Bundesliga auf Platz fünf beendet, startet in der kommenden Saison mit dem neuen Trainer Oliver Glasner in der Europa League. Mit 60 Punkten am Ende spielten die Hessen eine der besten Saisons der Vereinsgeschichte. fussball.news zeigt, welche Lehren der Verein aus der vergangenen Runde ziehen kann.

Lange spielte Eintracht Frankfurt in der vergangenen Runde um die erstmalige Qualifikation für die Champions League, verspielte sie erst im Saisonfinale. Begleitet durch diverse Störfeuer wie den Abgang von Erfolgscoach Adi Hütter, den es zu Borussia Mönchengladbach zieht. 69 Tore, 60 Punkte, Platz fünf und mit Stürmer Andre Silva, der 28 Treffer erzielte und damit den Vereinsrekord von Bernd Hölzenbein aus der Saison 1976/77 knackte, den viertbesten Torjäger Europas in den Reihen. fussball.news nennt die fünf Lehren aus einer historischen Eintracht-Saison.

1. Topstürmer bekommen Topangebote

Andre Silva trumpfte mit seinen 28 Treffern für die Eintracht in der Bundesliga groß auf und weckt berechtigterweise nun auch Begehrlichkeiten. Dass der 25-jährige Portugiese in der kommenden Saison noch bei den Hessen spielt, ist unwahrscheinlich. Diverse europäische Topklubs strecken bereits die Fühler nach ihm aus. Bei einer Ablöse um die 35 Millionen Euro dürften die Verantwortlichen gesprächsbereit sein. Nach Sebastien Haller (2019 zu West Ham United) und Luka Jovic (im gleichen Jahr zu Real Madrid) wohl der nächste Angreifer, der aufgrund guter Leistungen nicht zu halten sind wird.

2. Verwundbare Defensive

Während die Eintracht vorne starke 69 Tore erzielte und damit die drittbeste Offensive der Bundesliga stellte, hakte es in der Defensive ein ums andere Mal. 53 Gegentore sprechen eine deutliche Sprache. Neun Klubs in der Liga fingen sich weniger Gegentreffer, darunter auch die Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld und Hertha BSC (jeweils 52). Eine Schwachstelle, an der die Eintracht arbeiten muss. Die gute Nachricht: Mit Oliver Glasner kommt ein Trainer an den Main, der in der vergangenen Saison mit dem VfL Wolfsburg die zweitbeste Defensive der Bundesliga (37 Gegentore) stellte. 

3. Heimstark trotz leerer Ränge

Die Eintracht ist ein Klub, der vor allem von seiner Fankultur lebt. Es überraschte deshalb durchaus, dass die Hessen in der vergangenen Saison ohne Zuschauer in der Heimtabelle auf dem zweiten Rang landeten. Kein Heimspiel verloren die Frankfurter bei zehn Siegen und sieben Unentschieden. Nur der FC Bayern München holte in der Bundesliga mehr Punkte (43) im heimischen Stadion als die Eintracht (37). In Europas Top-5-Ligen sind die Frankfurter und der FC Bayern die einzigen Klubs, die die vergangene Saison ohne Heimniederlage überstanden haben.

4. In der "Crunchtime" braucht es Anführer

Das herausragende Ergebnis mit 60 Punkten und Platz fünf wurde durch das Verpassen der Champions League getrübt. Nach dem bekanntgewordenen Abgang von Trainer Hütter Mitte April gewann die Eintracht nur noch zwei Spiele, darunter ein Sieg am letzten Spieltag gegen den SC Freiburg (3:1), als es tabellarisch um nichts mehr ging. In dieser Phase fehlte es den Frankfurtern an Leadern, an Spielern, die der Unsicherheit trotzten und vorangingen. Nach dem Abgang von Kapitän David Abraham im Winter fehlte ein echter Anführer. Ein Manko, das die Verantwortlichen für die kommende Saison im Blick haben sollten.

5. Projektarbeiter bleiben nicht ewig

Die Abgänge von Sportvorstand Fredi Bobic und Trainer Adi Hütter trafen das Umfeld. Ersterer hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass er die Eintracht als Projekt sieht, das er irgendwann verlassen würde. Nach fünf Jahren sah er dieses als beendet an. Dass ihm auch Hütter folgte, überraschte allerdings. Doch auch er sah und sieht sich mehr als Karrieretyp denn als Identifikationsfigur. Bezeichnend war dabei auch, dass sich der Österreicher auch einer Ausstiegsklausel (für 7,5 Millionen Euro zu Borussia Mönchengladbach) bediente, um zu wechseln. Für den nächsten Entwicklungsschritt könnte die Eintracht mehr Identifikation gebrauchen. Ob der neue Sportvorstand Markus Krösche, der als Spieler 13 Jahre am Stück für den SC Paderborn auflief, und der neue Coach Oliver Glasner dafür die Richtigen sind, wird sich zeigen.

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Benjamin Heinrich  
27.05.2021