Serie A

Sacchi-Kritik am Calcio: "Spielen mit Champions wie knausrige Geizhälse"

Arrigo Sacchi äußert harte Kritik am italienischen Fußball.
Arrigo Sacchi äußert harte Kritik am italienischen Fußball. Foto: Imago

Arrigo Sacchi ist die italienische Trainer-Legende, das Vorbild für viele Coaches. Der frühere Trainer von Milan lässt kein gutes Haar am Calcio.

Der italienische Fußball kommt - bis auf vereinzelt Juventus Turin - international kaum zur Geltung. Das Viertelfinale der Champions League findet wieder ohne Serie-A-Klub statt: Inter Mailand schied bereits in der Vorrunde aus, Atalanta Bergamo, Lazio Rom und Juve folgten im Achtelfinale. Arrigo Sacchi sieht die Entwicklung kritisch und legte im kicker den Finger in die Wunde: "Italien ist ein Land, das die Antike liebt, und einen Widerstand gegen Wandel pflegt. Der Fußball ist ein Spiegel ebendieser Kultur."

Massive Sarri-Kritik am Serie-A-Fußball

Man klebe immer an der Vergangenheit, anstatt sich der Zukunft zu öffnen: "Taktieren, taktieren, taktieren, statt eine Strategie zu entwickeln." Der Calcio stagniert dadurch, statt Teamgeist reagiere vor allem der Individualismus: "Wir spielen selbst mit den größten Champions wie knausrige Geizhälse. Ich dachte an Kollektiv, Teamgeist und Synergie."

Sarri galt früher durchaus als Gefahr

Nicht umsonst schwärmen viele Trainer und Fans noch immer von Sacchi. Er blickte zurück: "Mittlerweile kommen in Italien alle aus ihren Kellern und lassen unser Milan hochleben. Sie vergessen, dass sie mich damals als eine Art Gefahr erachteten, als Unruhestifter und Revoluzzer gegen das etablierte Denken." Die Anerkennung gab es früher vor allem aus dem Ausland: "Aber ich lebte in Italien, und hier ist es aufreibend, wenn du gegen den Strom schwimmst. Das ermattet dich mental ungemein."

Florian Bolker  
29.03.2021

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