Punkt-Abzug offenbar vom Tisch

S04-Finanzvorständin Rühl-Hamers: "Wir werden die Auflagen erfüllen"

Der FC Schalke 04 hat die Lizenzauflagen der DFL offenbar erfüllt. Foto: Imago.
Der FC Schalke 04 hat die Lizenzauflagen der DFL offenbar erfüllt. Foto: Imago.

Am Mittwoch ist die Frist für die Auflagen des Lizenzierungsverfahren der DFL abgelaufen. Christina Rühl-Hamers, Finanzvorständin des FC Schalke 04, ist überzeugt, mit den eingereichten Unterlagen nachweisen zu können, dass Königsblau für diese Saison finanziell gut aufgestellt ist.

Der FC Schalke 04 erhielt die Lizenz für die Teilnahme am Spielbetrieb der Saison 2021/22 unter Auflagen. Entsprechende Unterlagen für den Nachweis, dass diese erfüllt wurden, mussten bis zum 15. September eingereicht werden. Werden die Auflagen nicht erfüllt, droht unter anderem ein Abzug von sechs Punkten. Über derartige Sanktionen müsse sich aber niemand Sorgen machen, versicherte S04-Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers im Gespräch mit der WAZ: "Die Unterlagen, die wir eingereicht haben, werden dazu führen, dass wir die Auflagen erfüllen."

S04 plante seit Dezember zweigleisig

Laut Rühl-Hamers beschäftigten sich die Verantwortlichen des FC Schalke 04 bereits seit Dezember vergangenen Jahres mit dem Abstieg in die 2. Bundesliga. Die Planung für die Saison 2021/22 sei daher in zwei Szenarien unterteilt worden: "Wir hatten in Topf eins ein festes Budget, mit dem es aus unserer Sicht möglich war, ein Team zusammenstellen können, das in der 2. Bundesliga oben mitspielen kann. In einem Musterstellenplan haben wir jeder Position ein Budget zugeordnet", so Rühl-Hamers. Dieses Budget sei unabhängig vom zweiten Topf gesteckt worden, in welchem die Spieler gelistet wurden, die dem Kader der Saison 2020/21 angehörten und abgegeben werden sollten, betonte die 45-Jährige.

Lizenzauflagen waren "von vornherein klar"

"Am 15. März 2021, als wir die DFL-Unterlagen für die aktuelle Saison abgeben mussten, stand gar nicht fest, in welcher Liga wir spielen. Oder wie sich der Transfermarkt entwickelt. Viele der Überlegungen, die wir hatten, waren noch nicht in die Tat umgesetzt. Im Topf zwei steckten also Risiken, für die wir Handlungsoptionen benötigten - zum Beispiel der Verkauf der Esport-Lizenz, Refinanzierung der Anleihe, Kostensenkungen", erläuterte Rühl-Hamers und betonte: "Uns war allein beim Blick auf die Risiken, die im Kader-Umbau steckten, von vornherein klar, dass die DFL im Zweitliga-Szenario eine Liquiditätslücke berechnen wird und wir Auflagen bekommen." 

Schalke braucht "zwei, drei Saison, um diese Herkulesaufgabe abzuschließen"

Diese Liquiditätslücke sei geschlossen worden, weshalb die laufende Saison durchfinanziert sei. Dies ermögliche Schalke aber nur eine kurze Verschnaufpause: "Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass alle Hausaufgaben für die kommenden Monate und Jahre geschafft sind. Wir brauchen mindestens zwei, drei Saisons, um diese Herkulesaufgabe abzuschließen", sagte Rühl-Hamers, die dennoch zuversichtlich in die Zukunft blickt: "Ich sehe wieder Licht am Ende des Tunnels."

Florian Bajus  
16.09.2021