Nach der Hinrunde

S04 muss hadern: Großchancen-Ranking der 2. Bundesliga

Schalke hat in der Hinrunde zu viele Großchancen vergeben. Foto: Getty Images
Schalke hat in der Hinrunde zu viele Großchancen vergeben. Foto: Getty Images

Die Hinrunde der 2. Bundesliga ist Geschichte. Holstein Kiel überrascht als Herbstmeister, einige höher gehandelte Aufstiegsfavoriten tun sich schwer. Die größte Enttäuschung ist wohl der FC Schalke 04, der als Tabellen-14. überwintert. Die Knappen sind der Abstiegszone deutlich näher als den Aufstiegsrängen.

Abwehr anfällig

Roundup: Remis in Berlin - Siege für Fürth und Magdeburg. Ein oberflächlicher Blick auf die Saisonbilanz von S04 macht dabei die anfällige Defensive als Schuldigen für die Probleme aus. 35 Gegentreffer werden von nur vom VfL Osnabrück und 1.FC Kaiserslautern übertroffen. Dem gegenüber stehen 31 eigene Tore, das reicht immerhin für den geteilten fünften Platz. Schalke hat genauso viele Treffer erzielt wie der FC St. Pauli, der die Hinrunde ohne Niederlage abgeschlossen und inzwischen wohl den Status des Top-Favoriten auf den Aufstieg aus der 2. Liga innehat.

Nur Kiel und HSV mit mehr Großchancen als S04

Dennoch lohnt sich ein tiefergehender Blick auf den Angriff der Königsblauen, durch den sich die Frage aufdrängt, wie viel mehr für die Mannschaft von Karel Geraerts (und Vorgänger Thomas Reis) möglich gewesen wäre, wenn sie ihre Chancen besser nutzen würde. 46 Großchancen hat sich Schalke in den ersten 17 Zweitliga-Spielen der Saison herausgespielt, mehr sind es nur bei Kiel und dem Hamburger SV. Jedoch hat der Bundesliga-Absteiger eine schwächere Quote als die beiden norddeutschen Teams. 

Der Vergleich mit Hertha

Kiel nutzt bisher 44,64 Prozent seiner Großchancen, der HSV 35,59 Prozent. Bei Schalke sind es 34,78 Prozent. Heißt: Mit der Quote der Störche hätte S04 aus seinen 46 Großchancen mindestens 20 Saisontore erzielt anstellte der tatsächlichen 16. Vier Treffer mögen auf dem Papier nicht nach einem großen Unterschied aussehen, können bei hilfreicher Verteilung aber ein merkliches Punkte-Plus bedeuten. Dabei reicht der Blick auf Mitabsteigerin Hertha BSC: Die Berliner haben weniger Großchancen erspielt als Schalke (41), nutzen sie aber deutlich besser (53,66 Prozent). Hertha schielt als Tabellensiebter nach der Hinrunde durchaus noch auf mindestens den Relegationsplatz, für den Revierklub sind derartige Gedanken kaum angebracht. Alles erklären die Großchancen natürlich auch nicht: St. Pauli hat die drittwenigsten herausgespielt und sogar eine minimal schwächere Quote als Schalke.

Die Großchancen-Bilanz der Hinrunde

1. Hamburger SV, insgesamt 59 Großchancen, davon 35,59 % genutzt

2. Holstein Kiel, 56 / 44,64 %

3. FC Schalke 04, 46 / 34,78 %

4. Fortuna Düsseldorf, 41 / 56,1 %

= 4. Hertha BSC, 41 / 53,66 %

= 4. 1.FC Kaiserslautern, 41 / 31,71 %

7. SC Paderborn, 39 / 41,03 %

8. Karlsruher SC, 38 / 34,21 %

= 8. Hansa Rostock, 38 / 23,68 %

10. Hannover 96, 35 / 54,29 %

= 10. 1.FC Magdeburg, 35 / 42,86 %

= 10. 1.FC Nürnberg, 35 / 40 %

= 10. SpVgg Greuther Fürth, 35 / 37,14 %

14. SV Elversberg, 34 / 35,29 %

15. FC St. Pauli, 32 / 34,38 %

= 15. SV Wehen Wiesbaden, 32 / 34,38 %

17. VfL Osnabrück, 26 / 26,92 %

18. Eintracht Braunschweig, 25 / 36 %

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Lars Pollmann  
18.12.2023