Coronakrise im Fußball

Rummenigge: "Wir hatten das perfekte Geschäftsmodell bis zum 8. März"

Rummenigge sieht eine Tendenz zu geringeren Ablösen. Foto: ROBERT MICHAEL/POOL/AFP via Getty Images
Rummenigge sieht eine Tendenz zu geringeren Ablösen. Foto: ROBERT MICHAEL/POOL/AFP via Getty Images

Die Coronakrise hat den Profifußball weiterhin in ihrem Griff. Die Langzeit-Folgen sind noch gar nicht absehbar. Kurzfristig sind sie alleine darin absehbar, dass der FC Bayern sich auf ein Turnier um die Champions League vorbereitet, während anderswo noch Ende Juli der Ligabetrieb läuft. Karl-Heinz Rummenigge ordnet ein.

"Wir hatten das perfekte Geschäftsmodell bis zum 8. März, unserer bislang letzten Partie vor Zuschauern. Bis zu dem Tag war unser Stadion seit 15 Jahren stets ausverkauft", so der Vorstandschef gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Der Verein habe stets mit einem positiven Geschäftsjahr rechnen können, solange die Mannschaft "zumindest ordentlich performt", wie Rummenigge formuliert. "Mit der Corona-Krise ist die ganze Welt wirtschaftlich auf den Kopf gestellt worden. Und das betrifft auch den Fußball." Plötzlich brachen Einnahmen weg, selbst beim kerngesunden FC Bayern half ein Gehaltsverzicht der hochbezahlten Profis.

"Sane hat die Veränderungen aufgezeigt"

Geradezu alternativlos sei ob der veränderten Parameter im Profifußball die Fortsetzung der Bundesliga-Saison mit Geisterspielen gewesen. "Zwölf von 36 Klubs der ersten und zweiten Bundesliga wären andernfalls insolvenzgefährdet gewesen", erinnert Rummenigge. Doch was verändert die Pandemie im Fußball wirklich? Die Münchner haben seit ihrem Ausbruch in Deutschland Verträge verlängert und Spieler verpflichtet. Kai Havertz und Jadon Sancho könnten die Bundesliga demnächst für exorbitante Summen verlassen. "Die größten Kostenfaktoren bei uns sind Transfers und Gehälter. Der Transfer von Leroy Sane hat hier die jüngsten Veränderungen aufgezeigt", hält Rummenigge dagegen.

"Zeiten mit Neymar sind vorbei"

"Was hätte er vor einem Jahr gekostet, was kostet er dich heute in der Krise?" Die Diskrepanz sei durchaus bemerkenswert. Der Nationalspieler soll laut Medienberichten für zunächst 45 Millionen Euro gekommen sein, im Jahr 2019 war locker das Doppelte im Gespräch. "Es gibt nun eine klare Tendenz, dass die Transfersummen nach unten gehen. Die Zeiten mit 222 Millionen Euro für Neymar im Sommer 2017 sind vorbei", so Rummenigge. Der Transfer des Brasilianers vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain hatte für Aufsehen gesorgt und einen Domino-Effekt auf dem Markt ausgelöst.

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Lars Pollmann  
25.07.2020