Bayern-Boss geht es nicht nur ums Geld

Rummenigge will mit Fans "Atmosphäre und Emotionen zurück ins Stadion holen"

Rummenigge mag nicht mehr nur mit den Kollegen im Stadion sein. Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images
Rummenigge mag nicht mehr nur mit den Kollegen im Stadion sein. Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images

Rund einen Monat vor Start der neuen Bundesliga-Saison ist noch nicht abzusehen, ob und wie viele Zuschauer den Spielen beiwohnen dürfen. Das entsprechende DFL-Konzept steht, die Entscheidung liegt aber bei Politik und Behörden. Karl-Heinz Rummenigge argumentiert nicht nur auf wirtschaftlicher Ebene.

"Wir müssen wegkommen von der Diskussion, dass wir Zuschauer nur aufgrund des finanziellen Aspekts ins Stadion bringen. Der primäre Aspekt muss sein, Atmosphäre und Emotionen zurück ins Stadion zu holen", so der Vorstandschef des FC Bayern gegenüber Sport Bild. Beim DFB-Pokalfinale habe er den Unterschied zu einem absoluten Geisterspiel erlebt, obwohl da nur jeweils 120 Personen für den FC Bayern und Bayer Leverkusen vor Ort waren. "Man hat selbst bei 240 Menschen feststellen können, dass wieder ein klein wenig Stimmung im Laden war", so Rummenigge.

Zuschauer nicht unter Generalverdacht

Im Gegensatz dazu war die Abwesenheit sämtlicher Fans bei der 8:2-Gala über den FC Barcelona der einzige Wermutstropfen. "Es wäre mit Zuschauern das emotionalste Spiel der vergangenen zehn Jahre gewesen, es wäre für jeden im Stadion unvergesslich gewesen", so Rummenigge. Er setzt darauf, dass sich die Zuschauer in den Bundesliga-Standorten ihrer Verantwortung bewusst wären, erhielten sie Einlass in die Arenen. "Was mir ein bisschen missfällt, ist, dass man glaubt, die Zuschauer könnten sich nicht diszipliniert verhalten."

"Alle 18 Klubs gemeinsam"

Schließlich gebe es bei den Fans ein großes Eigeninteresse daran, nach einer Rückkehr dauerhaft im Stadion bleiben zu dürfen. Rummenigge ist dabei klar, dass es zum Start mit einer geringen Auslastung gehen müsste, um den Beweis anzutreten, dass die Bundesliga mit den Vorgaben Schritt halten kann. 15 bis 18 000 Fans könnten es aus seiner Sicht etwa beim FC Bayern sein. "Die großen Klubs sind organisatorisch vielleicht etwas besser in der Lage, das umzusetzen. Aber ich würde es für besser halten, wenn alle 18 Klubs das gemeinsam umsetzen", so Rummenigge. Nun wartet die Bundesliga auf die Entscheidungen der Politik. Die jüngsten Signale geben ihr aber wohl wenig Anlass zur Hoffnung.

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Lars Pollmann  
19.08.2020