2. Bundesliga

Roundup: Werder verliert gegen Kiel - Schalke neuer Spitzenreiter!

Am Freitagabend duellierten sich Werder Bremen und Holstein Kiel. Foto: Getty Images.
Am Freitagabend duellierten sich Werder Bremen und Holstein Kiel. Foto: Getty Images.

Werder Bremen hat im Aufstiegsrennen Federn lassen und mit 2:3 gegen Holstein Kiel verloren, parallel gewann der FC Schalke 04 mit 2:1 gegen den SV Sandhausen. Unterdessen teilten sich der FC St. Pauli und der 1. FC Nürnberg die Punkte (1:1), Fortuna Düsseldorf durfte dank eines 3:1-Erfolgs beim 1. FC Heidenheim den Klassenerhalt feiern und auch Hannover 96 kam dem Ligaverbleib durch ein 2:0 gegen den Karlsruher SC näher. 

Werder schwach im Abschluss - Kiel eiskalt

Dank eines Frühstarts ging Werder Bremen bereits in der zweiten Minute in Führung. Felix Agu flankte von der linken Außenbahn in den Strafraum, Mitchell Weiser verlängerte den Ball per Hacke zu Niclas Füllkrug, der diesen im Netz unterbrachte. Die Kieler ließen sich von dem Rückstand nicht unterkriegen und waren um eine Antwort bemüht. In der neunten Minute erzielte Lewis Holtby den vermeintlichen Ausgleich, der wegen einer Abseitsstellung von Benedikt Pichler zurückgenommen wurde (9.). Werder ließ den Ball flüssig laufen und hatte in der 21. Minute eine Chance durch Füllkrug, der per Kopf den Pfosten traf. Weil Simon Lorenz den Ball mit ausgestrecktem Arm ans Aluminium lenkte, erhielten die Bremer einen Elfmeter, den Marvin Ducksch zum 2:0 verwandelte (23.). Die Mannschaft von Ex-Holstein-Coach Ole Werner dominierte die Partie, doch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit verkürzte Kiel auf 1:2: Nach einer Ecke schloss Kwasi Wriedt aus knapp 16 Metern ab, Füllkrug fälschte den Ball ins Tor ab (45.+1). Dies war zugleich die letzte Aktion der ersten Halbzeit.

In der zweiten Halbzeit hatte Ducksch per Freistoß die erste Möglichkeit, Thomas Dähne parierte ansehnlich (46.). Auf der Gegenseite setzte Steven Skrzybski den Ball links am Tor vorbei (48.), danach scheiterte Wriedt aus kurzer Distanz an Pavlenka (50.). Im Anschluss wurde Bremen gefährlich: Felix Agu (51.) und Niclas Füllkrug (52.) verpassten das 3:1, Leonardo Bittencourt scheiterte mit seinem Fernschuss an Dähne (54.). Nach etwas mehr als einer Stunde parierte der Keeper auch Duckschs Flugkopfball (62.). Die Abschlussschwäche rächte sich, als Anthony Jung nach einer scharfen Hereingabe von Johannes van den Bergh ein Eigentor zum 2:2 unterlief (71.). Werder blieb am Drücker, doch Füllkrug ließ das 3:2 liegen (81.). In der 85. Minute kam es für Bremen noch dicker, Ahmet Arslan erzielte kurz nach seiner Einwechslung die Führung für Kiel. Die Werner-Elf verpasste den erneuten Ausgleich und ging schlussendlich als Verlierer vom Platz.

Bei einem Sieg hätte Werder Bremen die Tabellenführung behalten, nun belegen die Grün-Weißen (57 Punkte) den zweiten Tabellenplatz mit drei Punkten Vorsprung auf den SV Darmstadt und den FC St. Pauli (beide 54). Holstein Kiel erobert unterdessen mit 42 Punkten Rang neun.

Schalke feiert Last-Minute-Sieg

Der SV Sandhausen versteckte sich keineswegs vor dem FC Schalke 04, beide Mannschaften begannen offensiv. Mit der Zeit wurde Schalke dominanter, erspielte sich in der Anfangsphase aber keine nennenswerten Chancen. Erstmals wurde es nach einem Dribbling von Darko Churlinov gefährlich, doch Marius Bülter verpasste die Hereingabe (10.). Als Marcin Kaminski den Ball ins Zentrum spielte, kam Simon Terodde aus wenigen Metern zum Abschluss – Patrick Drewes behielt jedoch die Oberhand (19.). Der SVS-Keeper war auch bei einem direkten Freistoß von Rodrigo Zalazar zur Stelle (25.). Sandhausen wurde gegen Ende der ersten Halbzeit aktiver, Dario Dumic kam nach einer Freistoßflanke zum Kopfball, der das Tor verfehlte (33.). Schalke blieb darum bemüht, die Sandhäuser Abwehr über Flanken zu knacken, die meisten Versuche waren aber ungefährlich. Aufgrund dessen stand zur Halbzeitpause auf beiden Seiten die Null.

Der erste Abschluss der zweiten Halbzeit gehörte Sandhausen, Pascal Testroet setzte den Ball über das Tor (47.). Auf der anderen Seite partierte Drewes einen Distanzschuss von Danny Latza (48.). Schalke erhöhte den Druck, doch es fehlte weiterhin die zündende Idee. Großchancen kamen daher selten zustande. Sandhausen lauerte auf Konter, ein solcher brachte aber nur einen harmlosen Distanzschuss durch Christian Kinsombi ein (69.) – zwei Minuten später klingelte es auf der Gegenseite: Churlinov setzte einen Flachschuss vom linken Flügel aus an den Pfosten, Terodde staubte zum 1:0 ab (71.). In der Schlussphase tauchte plötzlich Dennis Diekmeier im S04-Strafraum auf und erzielte das 1:1 (83.). Kurz vor Schluss hätte Terodde fast die erneute Führung erzielt, doch der Ball segelte haarscharf am Tor vorbei (89.), in der Nachspielzeit war der Routinier dann aber zur Stelle und stellte auf 2:1 für Königsblau (90.+2). Die Mannschaft rettete den Sieg über die Zeit.

Aufgrund der Bremer Niederlage erobert der FC Schalke 04 die Tabellenführung. Königsblau hat 59 Zähler auf dem Konto und die Chance, bereits am kommenden Spieltag eine Platzierung innerhalb der Top Drei zu besiegeln. Der SV Sandhausen belegt indes mit 38 Punkten den 15. Tabellenplatz und hat den vorzeitigen Klassenerhalt verpasst.

Nürnberg erzielt späten Ausgleich

Die Partie zwischen dem FC St. Pauli und dem 1. FC Nürnberg begann munter. Lukas Schleimer dribbelte sich durch die Hamburger Abwehrreihe und legte den Ball für Pascal Köpke auf, Jakov Medic vereitelte die Chance jedoch (3.). Auf der anderen Seite kam Christopher Buchtmann zum Abschluss, der geblockt wurde (5.). In der 14. Minute versuchte sich Maximilian Dittgen aus der Distanz, der Schuss ging einige Meter über das Tor. Im Laufe der Zeit entwickelte sich allerdings eine Partie mit vielen Zweikämpfen und Unterbrechungen, darüber hinaus fand St. Pauli nur wenige Mittel gegen die Nürnberger Defensive. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Lino Tempelmann noch eine Chance für den FCN, der Ball landete über dem Tor (40.). Die ersten 45 Minuten endeten somit torlos.

Nürnberg wurde in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit aktiver, Nikola Dovedan holte im Strafraum aber nur eine Ecke heraus (50.). Die beste Chance für St. Pauli Finn Ole Becker, der den Pfosten traf (57.). In der Folge ebbte die Chancenflut wieder ab, beide Mannschaften setzten sich selten in Szene. Buchtmann hatte eine ordentliche Chance, scheiterte aber an Christian Mathenia (71.). Wenige Minuten später erhielt St. Pauli einen Elfmeter, Asger Sörensen brachte Igor Matanovic zu Fall. Daniel-Kofi Kyereh brachte den Ball im linken unteren Toreck unter und bescherte den Kiezkickern das 1:0 (74.). Nürnberg musste nun aktiver werden, um die Chancen auf einen Aufstiegsplatz zu wahren. In der 86. Minute wurde Taylan Duman gefährlich, der Ball segelte knapp über die Latte. In der Nachspielzeit gelang der Ausgleich: Wieder setzte Duman zum Schuss an, der diesmal im Tor landete (90.+3). Das Unentschieden blieb bis zum Schlusspfiff erhalten.  

Mit einem Sieg wäre der FC St. Pauli nah an Werder Bremen herangerückt, mit nun 54 Punkten belegen die Kiezkicker aber den vierten Tabellenplatz mit drei Punkten Rückstand auf die direkten Aufstiegsplätze. Der 1. FC Nürnberg wahrt unterdessen die Mini-Chance auf die Relegation, der direkte Aufstieg wirkt angesichts von sechs Punkten Rückstand und dem deutlich schwächeren Torverhältnis hingegen kaum erreichbar.

Düsseldorf feiert Klassenerhalt

Der 1. FC Heidenheim bemühte sich gegen Fortuna Düsseldorf um frühe Spielkontrolle. Die Gastgeber hatten jedoch Schwierigkeiten mit den Rheinländern, die sich gegen den Ball ab Höhe der Mittellinie kompakt präsentierten. In der elften Minute wagte Oliver Hüsing einen Versuch aus großer Distanz, da Florian Kastenmeier weit vor seinem Tor stand – und verfehlte das Tor nur knapp. Etwas später ging Fortuna in Führung: Matthias Zimmermann spielte einen Doppelpass mit Christoph Klarer und legte den Ball quer für Jakub Piotrowski, der den Ball aus mehr als 20 Metern im Tor unterbrachte (20.). Nur wenige Augenblicke später setzte Hüsing einen Kopfball an den Pfosten (22.). Das sollte sich rächen, da Felix Klaus in der 32. Minute auf 2:0 erhöhte. Vorausgegangen war ein Distanzschuss von Kristoffer Peterson, den Kevin Müller unglücklich nach vorne abprallen ließ. Bis zur Pause ließ Düsseldorf nichts mehr anbrennen.

Unmittelbar nach Wiederbeginn verkürzte Heidenheim auf 1:2. Nach einer Flanke aus dem Halbfeld durfte Maurice Malone aus wenigen Metern einköpfen, Kastenmeier war chancenlos (46.). Die Gastgeber blieben am Drücker und bemühten sich um den schnellen Ausgleich, Klarer erhöhte nach einem Eckball aber auf 3:1 für die Fortuna (56.). Im Anschluss verhinderte Müller gegen Peterson das 1:4 aus Heidenheimer Sicht (60.). Düsseldorf begann das Spiel zu verwalten, weshalb Heidenheim mehr Ballanteile verzeichnete. Sukzessive verschwanden Tempo und Intensität, der Ball stockte eher, als zu laufen. Zwar traf Tim Kleindienst noch einmal den Pfosten (85.), Düsseldorf nahm den Dreier aber mit nach Hause. 

Der 1. FC Heidenheim bleibt mit 46 Punkten auf dem achten Tabellenplatz. Fortuna Düsseldorf hat hingegen nun 41 Zähler auf dem Konto und somit den Klassenerhalt gesichert, da der Vorsprung auf die Abstiegszone vor den Samstagsspielen elf Punkte beträgt.

Hannover gelingt Heimsieg gegen Karlsruhe

Hannover 96 und der Karlsruher SC starteten ruhig in die Partie. Die erste Chance ergab sich erst in der elften Minute durch Christoph Kobald, Ron-Robert Zieler parierte den Kopfball. Karlsruhe fand mit der Zeit besser ins Spiel und setzte sich häufiger im letzten Drittel in Szene, Tim Breithaupt verpasste das Tor nach einem Eckball von Marvin Wanitzek jedoch (24.). In der 26. Minute ging dann Hannover in Führung, Hendrik Weydandt traf nach Vorlage von Linton Maina per Kopf zum 1:0. Nach etwas mehr als einer halben Stunde verpasste Philipp Ochs das 2:0 (32.), im direkten Gegenzug verfehlte Fabian Schleusener den Ausgleich (33.). Julian Börner freute sich für einen kurzen Moment über ein direktes Freistoßtor, doch weil der Ball noch nicht frei war, war das vermeintliche 2:0 ungültig (36.). Somit nahm 96 die 1:0-Führung mit in die Kabine.

Die Zuschauer sahen auch zu Beginn der zweiten Halbzeit einen ruhigen Auftakt ohne großes Tempo oder Torchancen. Schleusener wurde in der 59. Minute von Benjamin Goller in Szene gesetzt, sein Schuss wurde geblockt. Hannover konzentrierte sich auf das Verteidigen, Karlsruhe agierte ohne Tempo und brachte selten konstruktive Ballstafetten zustande. Bei Anbruch der Schlussviertelstunde hatte Schleusener eine weitere Gelegenheit, sein Kopfball stellte aber keine Gefahr dar (74.). In der Nachspielzeit machte Maximilian Beier alles klar und stellte auf 2:0 für Hannover (90.+4). Der Sieg war damit endgültig besiegelt.

Hannover 96 hat mit nun 39 Punkten einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht und vorerst neun Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Der Karlsruher SC ist bereits gerettet und rangiert mit 40 Punkten auf Platz elf.

Florian Bajus  
29.04.2022