2. Bundesliga

Roundup: Werder trotzt St. Pauli Punkt ab, 96 ebenfalls Remis

Bremen hatte Spitzenreiter St. Pauli zu Gast. Foto: Getty Images
Bremen hatte Spitzenreiter St. Pauli zu Gast. Foto: Getty Images

In den Samstagsspielen der 2. Bundesliga hat Werder Bremen Spitzenreiter FC St. Pauli eine Punkteteilung abgeknöpft. Zeitgleich holte Hannover 96 gegen Erzgebirge Aue auch nur ein Remis, während Dynamo Dresden gegen den SV Sandhausen unterlag.

An der Weser deutete sich früh ein hektisches Spiel zweier Nordrivalen an, das immer wieder von Foulspielen und Standardsituationen geprägt war. Entgegen der jüngsten Formkurven der beiden Mannschaften war Werder Bremen dabei in der ersten Hälfte vor dem gegnerischen Kasten gefährlicher. Niclas Füllkrug (9. und 38.), Nicolai Rapp (11.) und Marvin Ducksch (45.+1) hatten die besten Gelegenheiten auf das 1:0. Der Ball lag einmal auch im Netz, allerdings hatte Marco Friedl ihn mit der Hand dorthin bugsiert und sich damit eine Gelbe Karte eingehandelt (24.). Für den FC St. Pauli ging auf dem Weg nach vorn nur wenig zusammen, oftmals fehlte die Präzision beim vorletzten Pass. Die beste Gelegenheit bot sich so James Lawrence aus dem sprichwörtlichen nichts, als er eine Flanke von Maximilian Dittgen ziemlich freistehend über den Kasten köpfte. 

Die 42 000 Fans im ausverkauften Werder-Stadion konnten mit der Leistung ihrer Mannschaft in den ersten 45 Minuten also vollauf zufrieden sein, nur das Tor fehlte. Nach dem Seitenwechsel blieb Bremen zunächst die druckvollere Mannschaft, ohne dass sich das Team von Markus Anfang gleich ein Chancenfeuerwerk erspielt hätte. Stattdessen kam St. Pauli beinahe zum 1:0, als Guido Burgstaller aus kurzer Distanz unter Bedrängnis von Felix Agu denkbar knapp verpasste (54.). Die Vorlage hatte Simon Makienok geliefert, dessen Einwechslung den Kiezkickern sichtlich guttat. Der Däne schoss selbst vier Minuten später aus verdeckter Haltung ans Außennetz, kurz darauf wurde Burgstaller entscheidend geblockt. Die Gäste waren also endlich auch offensiv im Spiel angekommen. Werder boten sich so mehr Räume, die das Team gleich nutzen konnte. Füllkrug schickte Sturmpartner Ducksch steil, der lupfte die Kugel an Nikola Vasilj vorbei und schob zum 1:0 ein (62.). St. Pauli antwortete beinahe schnell, Burgstaller konnte den Ball im Gewühl aus der Drehung aber nicht aufs Tor lenken (65.). Dennoch hielt die Führung nicht lange, weil Finn Ole Becker den Weg durch mehrere Abwehrbeine ins kurze Eck fand (68.). Zuvor hatte Füllkrug den Ball verloren, Werder das Spielgerät nicht wegbekommen. Die Hamburger drängten auf den Führungstreffer, beinahe hätte Ducksch es per Kopf erneut ausgenutzt (75.). Elf Minuten vor Schluss rettete Friedl bei einer Hereingabe von Daniel-Kofi Kyereh vor dem womöglich einschussbereiten Makienok. In der zweiten Minute der Nachspielzeit schien der baumlange Stürmer die starke zweite Hälfte der Gäste zu belohnen, Makienok soll die Kugel zuvor aber mit der Hand gespielt haben, sodass sein Treffer nicht zählte. In der Folge schnupperte Werder nochmal am Sieg, Ilia Gruev vergab die letzte Chance per Kopfball in der 95. Minute.

Werder Bremen bleibt nach dem 1:1 Tabellenzehnter, der FC St. Pauli grüßt weiter von der Tabellenspitze.

Hannover gegen Aue nur Remis

Hannover 96 wollte gegen den bisherigen Tabellenvorletzten Erzgebirge Aue den Schwung aus dem Pokalsieg über Fortuna Düsseldorf unter der Woche mitnehmen. Dies gelang dank einer Einladung der Veilchen zunächst prächtig: Anthony Barylla leistete sich einen folgenschweren Ballverlust, den Sebastian Kerk sehenswert mit dem linken Außenrist zum 1:0 nutzte (4.). Die Hausherren kamen immer wieder, aber nicht ausschließlich, nach individuellen Fehlern von Aue zu Chancen, verpassten aber in Person von Gael Ondoua (12. und 40.) und Maximilian Beier (25.) das 2:0. Es sollte sich spät rächen, weil Marcel Franke im Duell mit Dimitrij Nazarov den Kürzeren zog und der Angreifer der Gäste aus spitzem Winkel zielsicher zum 1:1 traf (45.+1). Aue hatte zuvor bereits einige ordentliche Gelegenheiten, gesammelt, der Zwischenstand war so nicht gänzlich unverdient.

Der späte Schock schien Hannover auch zu Beginn von Halbzeit zwei zu beschäftigen. Aue erspielte sich binnen elf Minuten nach Wiederbeginn alleine vier Eckstöße, kam dabei aber nicht zu konkreten Abschlüssen. Für die 96er meldete der gerade eingewechselte Hendrik Weydandt erste offensive Ambitionen an, wobei sein Fernschuss keine große Gefahr heraufbeschwörte (57.). Insgesamt war es die schwächste Phase der Partie, die länger ohne nennenswerte Offensivaktionen vor sich hin plätscherte. Die etwas druckvollere Spielanlage zeigte Aue, das den zweiten Sieg in Folge anpeilte. Hannover bot sich in Person von Tom Trybull nach einer verlängerten Kerk-Ecke plötzlich die Chance aufs 2:1, der Kopfball huschte aber am Pfosten vorbei (76.). Insgesamt aber war es eher der Gast aus dem Erzgebirge, der zur Schlussoffensive blies. Nicolas Kühn traf dabei den Außenpfosten (81.), John Patrick Strauß traf den Ball aus aussichtsreichster Position nicht richtig (85.). Hannover war längst mit dem Glück im Bunde, das Heimspiel gegen Aue nicht sogar zu verlieren.

Durch das Remis springt 96 auf Rang 13, die Veilchen verharren auf Tabellenplatz 17.

Dynamo unterliegt Sandhausen

Im Duell zweier zuletzt nicht eben in Bestform auflaufender Mannschaften boten Dynamo Dresden und der SV Sandhausen in den ersten 45 Minuten ziemliche Magerkost. Beiden Seiten bot sich eine gute Gelegenheit. Einen Kopfball von Marcel Ritzmaier klärte Antonis Aidonis für die Sachsen vor der Linie (21.), auf Seiten von Dynamo knallte Luca Herrmann einen Volley an den Pfosten (22.). Insgesamt hatte Dresden mehr vom Spiel und war einer Halbzeitführung näher, über das torlose Remis zur Pause konnte sich aber auch niemand beschweren.

Kurz nach Wiederbeginn stellte Pascal Testroet den bisherigen Spielverlauf etwas auf den Kopf: Dynamo bekam eine Ecke von links nicht verteidigt, der ehemalige Dresden-Profi nutzte dies mit einem spektakulären Volley zur 1:0-Führung für Sandhausen (50.). Die Gastgeber antworteten mit offensiven Wechseln, der SVS verlegte sich wieder auf seine kluge Defensivarbeit. Zündende Ideen blieben bei Dynamo Mangelware. Sandhausen kam dem wohl entscheidenden 2:0 durch Yuri Zhirov nahe, dessen Fernschuss beinahe ins lange Eck einschlug (81.). Vier Minuten vor Schluss bot sich Dresden endlich mal eine Top-Chance, die der nach langem Ball durchgebrochene Christoph Daferner aber viel zu zentral auf Patrick Drewes abschloss.

Es blieb der letzte Hochkaräter der Partie. Dynamo Dresden bleibt dennoch Tabellenzwölfter, der SV Sandhausen macht einen Satz auf Rang 14.

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Lars Pollmann  
30.10.2021