2. Bundesliga

Roundup: Werder rettet Punkt, St. Pauli und Jahn marschieren

St. Pauli bleibt das Maß aller Dinge. Foto: Getty Images
St. Pauli bleibt das Maß aller Dinge. Foto: Getty Images

In den Sonntagsspielen der 2. Bundesliga hat Werder Bremen beim SV Sandhausen einen späten Punktgewinn gerettet. Gleichzeitig marschierte der FC St. Pauli an der Tabellenspitze gegen Hansa Rostock weiter voran, während Jahn Regensburg gegen Hannover 96 siegte.

Beim SV Sandhausen wollte sich Werder Bremen für die 0:3-Niederlage beim SV Darmstadt in der Vorwoche rehabilitieren. Die erste Großchance ging aber aufs Konto der Hausherren, die in Person von Arne Sicker hätten treffen müssen, der sich aber von Felix Agu entscheidend ablenken ließ (9.). Kurz darauf klingelte es auf der anderen Seite: Marco Friedl genoss auf links zu viele Freiräume, spielte einen klugen Flachpass auf den zweiten Pfosten, wo Nicolai Rapp ebenso unbewacht einschieben konnte (12.). Der SVS schüttelte sich nur kurz, hatte durch Pascal Testroet eine große Gelegenheit auf den Ausgleich (21.). Ein Geschenk von Lars Lukas Mai brachte die Gastgeber zurück ins Spiel: Seinen viel zu kurzen Rückpass erlief Bashkim Ajdini, Michael Zetterer brachte den Sandhäuser zu Fall. Den fälligen Strafstoß versenkte Testroet souverän (29.). Es folgte bis zur Pause ein durchaus munterer Schlagabtausch, in dem Ajdini etwas zu hoch abschloss (39.), während ein Freistoß von Marvin Ducksch eine gute Parade von SVS-Keeper Patrick Drewes einforderte und der Werder-Torjäger kurz darauf knapp am Kasten vorbei zielte (43.). Das Remis zur Pause ging in Ordnung, es hätten allerdings durchaus mehr als zwei Tore fallen können.

Im zweiten Durchgang ließen sich die Dinge vergleichsweise langsam an, wobei sich Werder durchaus optische Vorteile zu erspielen schien. Erst in der 66. Minute ließ der eingewechselte Niclas Füllkrug mit einem Fernschuss wieder größere Torgefahr aufkommen. Es war eine Art Weckruf für beide Teams, die fortan wieder mehr Offensivaktionen sammelten. Sandhausen verpasste in Person von Chima Okoroji (67.) und Alexander Esswein (69.) zwei Top-Gelegenheiten auf die Führung, für Werder verfehlte Eren Dinkci nur knapp (70.), bevor Drewes stark gegen Romano Schmid parierte (72.) und auch gegen Dinkci auf der Hut war (76.). Bremen war dem 2:1 nun merklich näher, Drewes wurde zum entscheidenden Mann beim SVS, zeigte erneut gegen Schmid eine Glanztat (78.). Die mangelhafte Chancenverwertung wurde Bremen zum Verhängnis: Sechs Minuten vor Schluss vollendete Testroet eine Traumflanke von Diekmeier nach eigener Balleroberung und langem Solo per Kopf aus kurzer Distanz zum 2:1. Werder steckte aber nicht auf und nutzte die fünfminütige Nachspielzeit: Dabei stocherte ausgerechnet der zuletzt suspendierte Füllkrug die Kugel über die Linie, nachdem Oscar Schönfelder eine hervorragende Vorarbeit geleistet hatte (90.+2). Bremen drängte sogar noch auf den späten Siegtreffer, Füllkrug traf nach einem Ducksch-Freistoß aber nur den Pfosten (90.+4).

Sandhausen verpasste so den Sprung vom Relegationsplatz 16, Werder bleibt auf Rang zehn kleben.

St. Pauli im Stile einer Spitzenmannschaft

Am Millerntor überraschte Hansa Rostock in den ersten Minuten mit einem mutigen Auftritt, der den FC St. Pauli durchaus in die Defensive drängte. Die Hamburger zeigten aber beim ersten konkret ausgespielten Angriff, warum sie derzeit das Maß der Dinge in Liga zwei sind. Daniel-Kofi Kyereh verlagerte nach rechts, wo Luca Zander artistisch in die Mitte gab. Kurz vor dem Kasten musste Jackson Irvine nur noch den Schädel reinhalten, um das 1:0 zu erzielen (12.). Mit der Führung im Rücken drehte St. Pauli auf und legte schnell nach. Leart Paqarada flankte von links butterweich, Kyereh traf ebenfalls per Kopf und stellte die Weichen schon nach 18 Minuten auf einen ungefährdeten Heimsieg. Rostock hätte noch vor der Pause ein Debakel gedroht, wäre Torhüter Markus Kolke nicht gut aufgelegt gewesen. Der Kapitän der Hansa-Kogge parierte gegen Maximilian Dittgen (23.), Zander (43.) und Marcel Hartel (44.) glänzend.

Mit dem Pausenstand waren die Gäste von der Ostsee also trotz guten Beginns noch bestens bedient. Guido Burgstaller schien jegliche Comeback-Träume binnen fünf Minuten nach Wiederanpfiff zu beenden, sein Treffer fand wegen einer Abseitsstellung von Irvine in der Vorbereitung aber keine Anerkennung (50.). Nur zwei Minuten später klatschte ein Schuss von Kyereh nach toller Vorarbeit von Burgstaller an den Pfosten. Das dritte Tor war nur eine Frage der Zeit, letztlich dauerte es bis zur 62. Minute: Hartel flankte auf Burgstaller, dessen Volleyschuss trocken ins Tor ging. Die sprichwörtliche Messe war damit gelesen, nur die Höhe des Heimsiegs noch fraglich. Simon Makienok legte das 4:0 nur Sekunden nach seiner Einwechslung nach, jagte das Kunstleder aus kurzer Distanz nach einer Ecke ins Netz (78.). Dabei beließ es der souveräne Tabellenführer.

Mit nunmehr 25 Punkten bleibt St. Pauli das Maß der Dinge, während Rostock auf Tabellenplatz 13 liegt.

Regensburg rettet seine Führung

Jahn Regensburg hatte am Samstag erst den 1.FC Nürnberg und dann den FC Schalke 04 an sich vorbeiziehen sehen und wollte die Verhältnisse im Duell mit Hannover 96 wieder geraderücken. Nach eher verhaltenem Beginn übernahmen die Hausherren das Kommando und nutzten die erste echte Chance zur Führung. Benedikt Saller setzte Sarpreet Singh ein, der im Strafraum zu viele Freiheiten genoss, sich in Position brachte und präzise mit links ins Netz abschloss (17.). Hannover zeigte sich in der Szene zu unaufmerksam, fünf Minuten später war es regelrecht Slapstick, was die Defensive bot. Eine Bogenlampe senkte sich kurz vor den Kasten, wo sich Ersatztorhüter Martin Hansen von der Robustheit von Jahn-Sechser Carlo Boukhalfa überraschen ließ, der aus wenigen Zentimetern einschob (22.). Hansen forderte einen Freistoß für sich, das Schiedsrichtergespann inklusive Videoassistent sah aber keinen Anlass, das Tor zurück zu nehmen. Boukhalfa legte beinahe mit einem Schuss über den aufgerückten Hansen nach (29.), Regensburg dominierte nun nach Belieben. Hansen konnte sich unter anderem gegen Charalambos Makridis etwas rehabilitieren (37.). Nach vorn ging nach dem Doppelschlag für Hannover 96 so gut wie nichts zusammen.

Nach dem Seitenwechsel aber bot sich Lukas Hinterseer gleich die Chance, die Niedersachsen zurück ins Spiel zu bringen. Der bislang im 96-Dress noch torlose Österreicher verpasste aber am zweiten Pfosten nach einer verlängerten Ecke von Sebastian Kerk (48.). Zur Pause hatte Trainer Jan Zimmermann dreifach gewechselt, nur Hinterseer blieb in der Offensive auf dem Feld. Kerk gehörte zu den Neuen und stach gleich zu: Der Joker brachte einen Freistoß vors Tor, der an Freund und Feind vorbei den Weg ins Netz fand (54.). Hannover war damit voll in der Partie und drängte sogar auf den Ausgleich. Vor allem Kerk riss das Spiel gewissermaßen an sich, sein abgefälschter Fernschuss (58.) und ein Versuch von Maximilian Beier (64.) kamen dem 2:2 schon recht nahe. Kerk scheiterte kurz darauf auch noch mit einer frech aufs Tor gezogenen Ecke am Pfosten (70.), ein Volley des Mittelfeldmanns rauschte knapp am Gestänge vorbei (80.). Regensburg hatte sich längst auf Konter verlegt, kam dabei aber zunächst kaum zu nennenswerten Abschlüssen. Joel Zwarts hatte mal die Chance auf den beruhigenden dritten Treffer, zielte aus spitzem Winkel aber knapp daneben (84.). Anschließend boten sich dem SSV Jahn mehr und mehr Räume, die Konrad Faber (87.) und Jan-Niklas Beste (89.) aber nicht zum 3:1 nutzen konnten. Zwischendurch hatte Gael Ondoua den Ausgleich nach einem nächsten Standard von Kerk auf dem Fuß (88.). Den nächsten Hochkaräter brachte Zwarts in der dritten Minute der Nachspielzeit zur endgültigen Entscheidung im Tor unter, nachdem er sich im Mittelfeld robust durchgesetzt hatte.

Regensburg verteidigt so Platz zwei, während Hannover trotz einer starken Vorstellung in Halbzeit zwei mit einer neuerlichen Niederlage und Rang 14 leben muss.

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Lars Pollmann  
24.10.2021